Wildkräuter bestimmen Kräuterwanderung: ein echtes Highlight im Frühling

Habt ihr gewusst, dass Wildkräuter und Frühling ein echtes Dreamteam sind? Vielleicht habt ihr ja selbst schon mit dem Gedanken gespielt, an einer Kräuterwanderung in der Nähe teilzunehmen. Bei uns erfahrt ihr, warum sich das lohnt und was ein Urlaub in Ahrenshoop mit Wildkräutern zu tun hat.

Ist es nicht herrlich, dass der Frühling langsam, aber sicher Einzug hält? Neben den zahlreichen leuchtenden Frühjahrsblühern, die jeglichen Gedanken an graue Wintertage verblassen lassen, ist der Frühling auch eine schöne Zeit, um nach Wildkräutern Ausschau zu halten. Besonders für unerfahrene Sammler bietet sich eine geführte Kräuterwanderung an. Wir verraten euch, welche Kräuter ihr bei uns zu Lande finden könnt, für welche leckeren Gerichte ihr diese nutzt und warum eine solche Wanderung eine besondere Aktivität für euren Urlaub in Ahrenshoop ist.

Was sind Wildkräuter?

Bevor wir unsere Sammelkörbe von der letzten Pilzjagd im Herbst aus dem Keller holen, wollen wir uns erst einmal ansehen, worum es sich bei Wildkräutern eigentlich genau handelt. Also: Wie der Name bereits nahelegt, sind Wildkräuter Pflanzen, die nicht von Menschen gezüchtet werden, sondern wild wachsen. Das heißt, dass wir sie überall dort, wo die Bedingungen für sie stimmen, in der Natur und am Wegesrand finden können.

Die Wildkräuter gehören zu den Blühpflanzen, von denen es circa 3.500 bei uns in Deutschland gibt. Insgesamt sprechen wir übrigens von etwa 10.000 heimischen Pflanzenarten.

Richtig gesammelt und verarbeitet, können Brennnesseln vielfältig verwendet werden. © Shutterstock, alicja neumiler
Brennnesseln sind nur eine der vielen Wildkräuterarten, die es in Deutschland zu finden gibt. © Shutterstock, alicja neumiler

Welche heimischen Wildkräuter gibt es?

Seid ihr bereit für Wildkraut 1 bis 3.500? Kleiner Scherz, das ersparen wir euch. Wir finden, dass es besonders viel Spaß macht, in der Frühlingssonne auf Kräutersuche zu gehen. Außerdem sind die warmen Jahreszeiten am besten dafür geeignet, wohlschmeckende Blüten und zarte Blätter zu ernten. Deshalb wollen wir uns auf einige der Wildkräuter fokussieren, die ihr im Frühling sammeln und auf verschiedene Art und Weise nutzen könnt. Auf geht’s:

  • Löwenzahn
    Löwenzahn macht nicht nur Kindern Freude, wenn die gelb leuchtenden Blüten mit der Zeit zu Pusteblumen werden, deren Samen so schön durch die Gegend fliegen. Wenn die Löwenzahnblätter frisch sind, schmecken sie auch ganz hervorragend. Ihr könnt mit ihnen einen leckeren Salat zubereiten oder auch ein Pesto. Aus Löwenzahn kann aber auch Tee und Saft hergestellt werden.

    Essbar sind dabei nicht nur die Blätter, sondern auch die Blüten und Wurzeln. Nur beim Löwenzahnstängel solltet ihr achtsam sein, denn der enthaltene milchige Saft kann Magenbeschwerden auslösen.

    Löwenzahn ist jedoch nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch als Heilpflanze wertvoll. Dank seiner entwässernden Wirkung kann er zur Reinigung der Nieren sowie bei Beschwerden der Galle und Leber eingesetzt werden. Auch bei Gelenkschmerzen kann er lindernd wirken.

  • Spitzwegerich
    Habt ihr schon einmal etwas vom Spitzwegerich gehört? Wir sind uns ganz sicher, dass ihr ihn bereits am Wegesrand oder auf einer Wiese erspäht habt. Die lanzenförmigen Blätter werden circa 20 cm lang und sind von Längsnerven durchzogen. Ab Mai bis September blüht der Spitzwegerich, die bräunlichen Blüten sind allerdings nicht besonders auffällig.

    Habt ihr ihn erst einmal entdeckt und erkannt, könnt ihr die zarten Blätter zu einem Salat verarbeiten. Auch zu Rührei und Quark schmeckt Spitzwegerich super. Die Knospen seiner Blüten könnt ihr ebenfalls essen und werdet dabei erstaunt feststellen, dass sie nach Champignon schmecken.

    Als Heilpflanze findet der Spitzwegerich Anwendung bei Schleimhautentzündungen im Mundbereich sowie bei Reizhusten.
Eine Mischung aus Knoblauch und Kresse macht das Geschmacksprofil der Knoblauchsrauke aus. © Shutterstock, M. Schuppich
Die Knoblauchsrauke macht ihrem Namen alle Ehre. Habt ihr das würzige Wildkraut schon einmal probiert? © Shutterstock, M. Schuppich
  • Knoblauchsrauke
    Knoblauchrauke ist ein herrliches Wildkraut, denn es schmeckt nach einer Mischung aus Kresse und Knoblauch. Daher bietet es sich perfekt an, um es zu Salat zu verarbeiten oder Quark und andere Speisen damit zu würzen. Außerdem ist es eine leckere, wenn auch weniger intensive, Alternative zu Bärlauch. Dieser ist bei uns im Norden von Deutschland leider nicht verbreitet.

    Auch die gesundheitsfördernden Vorzüge der Knoblauchsrauke sind bekannt: Sie hat unter anderem eine antibakterielle, harntreibende und verdauungsfördernde Wirkung.

    Die Knoblauchsrauke, mit ihren herzförmig zulaufenden Blättern an den weißen Blüten, könnt ihr besonders häufig an Waldwegen finden. Wenn ihr die Blätter zwischen den Fingern zerreibt, nehmt ihr den typischen Knoblauchgeruch wahr.

  • Giersch
    Habt ihr Giersch auf dem Schirm? Ob im Garten, Park oder Wald: Das Wildkraut habt ihr garantiert schon einmal gesehen. Eselsbrücke gefällig? Eine Bauernregel besagt: “Drei-drei-drei, bist beim Giersch dabei!” Sie spielt darauf an, dass die hellgrünen Blätter aus drei Teilen bestehen, die ihrerseits ebenfalls dreigeteilt sind. Und der Stängel? Der ist dreikantig. Von Mai bis September zeigt der Giersch zudem seine weiße Blütenpracht.

    Und was kann der Giersch? Auch Giersch hat eine ganz besondere Geschmacksnote, die sich irgendwo zwischen Karotte und Petersilie ansiedeln lässt. Die Blätter sind zart und eignen sich wunderbar als Bestandteile für einen Salat oder als Spinat-Ersatz.

    Darüber hinaus ist Giersch auch als Heilpflanze bekannt. Sein lateinischer Name Aegopodium podagraria heißt übersetzt “die Gicht heilend”. In dem Wildkraut sind nämlich Mineralien enthalten, die die Harnsäure im Körper neutralisieren. Das kann neben Gichtbeschwerden auch Schmerzen in den Gelenken lindern.

  • Brennnessel
    Kommen wir nun zu einem Wildkraut, das seinem Namen alle Ehre macht: der Brennnessel. Brennnesseln können bis zu 1,50 m hoch werden und wachsen am liebsten dort, wo der Boden reich an Stickstoff ist. Während es äußerst unangenehm ist, sie aus Versehen mit nackter Haut zu streifen, machen sie auf unserem Teller – oder in der Teetasse – eine äußerst gute Figur. Am besten tragt ihr Handschuhe, wenn ihr Brennnesseln erntet und sie kleinschneidet.

    Wie bei den anderen genannten Wildkräutern schmeckt Brennnessel lecker im Salat, aber auch in Suppen oder als gesunder Smoothie. Apropos Gesundheit: Brennnesseln können bei Infektionen der Harnwege und bei rheumatischen Beschwerden eingesetzt werden.
Bienen, Schmetterlinge und Co. freuen sich über Wildkräuter. © Shutterstock, Natalia Dereviagina
Wildkräuter spielen für unsere heimischen Insekten eine überaus wichtige Rolle. © Shutterstock, Natalia Dereviagina

Wildkräuter: Nicht nur für uns Menschen von großer Bedeutung

Wie wir nun wissen, können Wildkräuter nicht nur schmackhaft, sondern auch bei gesundheitlichen Beschwerden hilfreich sein. Wenn wir kurz einen Blick in die Tierwelt werfen, stellen wir fest, dass Wildkräuter auch hier eine wichtige Rolle einnehmen. Im Laufe der Zeitgeschichte haben Insekten und Wildkräuter eine sogenannte Koevolution durchlaufen.

Das bedeutet, dass sie sich einander perfekt angepasst haben. So sind Wildkräuter eine wichtige Nahrungsquelle für unsere heimischen Insekten. Im Gegensatz dazu scheiden viele von Menschen gezüchtete Zierpflanzen als solche aus, da ihr Duft auf die Insekten nicht anziehend wirkt. Ein weiterer Grund ist oft, dass sie nicht die richtige Größe und/oder Form haben, um für Insekten interessant zu sein.

Wo darf man Wildkräuter generell sammeln?

Das Sammeln von Wildkräutern ist im Grunde überall erlaubt, wo es nicht explizit verboten ist. Ein solches Verbot gilt zum Beispiel für Naturschutzgebiete. Auch darüber hinaus solltet ihr jedoch ein wenig auf die Umgebung achtgeben, in der ihr Wildkräuter findet. An Straßen mit viel Verkehr ist die Belastung durch Abgase besonders hoch – hier solltet ihr also ebenfalls nicht ernten gehen.

Gleiches gilt für Flächen, die regelmäßig gedüngt werden, das kann etwa bei Weiden und Wiesen der Fall sein. Auch entlang von Wegen, auf denen Hunde oft Gassi geführt werden, möchte man lieber keine Wildkräuter sammeln.

Wie ihr seht, gibt es einige Dinge zu bedenken und viel zu lernen. Ein schöner Einstieg in eure neue Kräutersammelleidenschaft sind Kräuterwanderungen.

Wenn ihr bis jetzt noch nicht an einer Kräuterwanderung teilgenommen habt, solltet ihr es unbedingt einmal ausprobieren. © Shutterstock, DJTaylor
Alleine losziehen, um Wildkräuter zu bestimmen? Einfacher und sicherer ist es, eine Kräuterwanderung mitzumachen. © Shutterstock, DJTaylor

Was ist eine Kräuterwanderung?

Bei einer Kräuterwanderung geht ihr nicht alleine los und müsst mit Handy und Buch abgleichen, ob es sich tatsächlich um die Wildkräuter handelt, die ihr sammeln wollt. Im Gegenteil, ihr werdet von zertifizierten Fachkennern mitgenommen, die euch die wichtigsten Grundlagen beim Erkennen und Sammeln von Kräutern näherbringen. So könnt ihr euch sicher sein, dass ihr von Anfang an lernt, leckere und nützlichen Heilkräuter von ähnlich aussehenden Pflanzen zu unterscheiden, die eventuell giftig oder zumindest nicht gut verträglich sind.

Kräuterwanderungen in Ahrenshoop

Oh, wir sind ganz aufgeregt, denn auch bei uns werden Kräuterwanderungen in der Nähe angeboten! Eine Möglichkeit hierfür bietet der Reiterhof Andreas Völkner. Auch wenn Reiten auf den ersten Blick nichts mit Kräutern zu tun hat, ist der Hof der Ausgangspunkt für eine Kräuterwanderung direkt bei uns in Ahrenshoop.

Bei der Kräuterwanderung lernt ihr von Zinnkraut bis Ackerwinde viel über die krautigen Geschmackskracher und wie ihr diese erkennt. Der nächste Termin ist am 22.04. und die Teilnahme ist kostenfrei. Hier erfahrt ihr mehr.

In Ahrenshoop und Umgebung könnt ihr herrliche Spaziergänge unternehmen und so ganz nebenbei, dort, wo es erlaubt ist, leckere Kräuter sammeln.
Wiesen, Felder, Wälder, Meer: Fischland-Darß-Zingst bietet euch eine unglaubliche landschaftliche Vielfalt.

Was macht eine Kräuterwanderung auf Fischland-Darß-Zingst so besonders?

Ahrenshoop und Umgebung eignen sich für eine Kräuterwanderung aus verschiedenen Gründen ganz hervorragend. Die Wälder und Wiesen unserer schönen Halbinsel Fischland-Darß-Zingst bieten die besten Voraussetzungen, damit verschiedenste Pflanzen gedeihen können. Spitzwegerich, Löwenzahn und Brennnessel findet ihr beispielsweise allesamt bei uns. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Wildkräuter, die sich hier in der unberührten und malerischen Natur noch ausbreiten, woanders aber kaum mehr zu finden sind.

Auf zum Kräutersammeln!

Ihr möchtet nun auch direkt losziehen, Wildkräuter bestimmen und mit ihnen etwas Leckeres kochen? Das können wir gut verstehen. Vielleicht habt ihr ja auch einmal die Gelegenheit, eine Kräuterwanderung bei uns in Ahrenshoop zu unternehmen und die gefundenen Schätze dann als ganz besonderes Andenken mit nach Hause zu nehmen. Wir wünschen euch viel Spaß und freuen uns auf euren Besuch!

Beitragsbild: © Shutterstock, encierro

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