Die Geschichte Ahrenshoops Kommt mit auf eine Reise in die Vergangenheit

Ahrenshoop: Das ist ein malerischer Ort, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Denn seit Jahrhunderten gelten Ahrenshoop und die Region Fischland-Darß-Zingst als Kur- und Künstlerort. Wieso das so ist und welche spannenden Ereignisse das heutige Ahrenshoop außerdem geprägt haben, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Die Geschichtsbücher könnt ihr getrost im Regal stehen lassen. Denn wir übernehmen das für euch. Wer in Ahrenshoop Urlaub macht, der erlebt ein Stück Geschichte. Denn egal, ob ihr mit dem Boot unterwegs seid oder euch alte Gemälde anschaut, hinter euren Aktivitäten steckt eine spannende Vergangenheit. Hier erfahrt ihr, was Ahrenshoop mit Kunst zu tun hat, was das Besondere am Hafen Althagen ist und auch Käthe Miethe werdet ihr kennenlernen. Wer das ist? Lest selbst!

Schifffahrt in Ahrenshoop

Wenn man eines mit dem Meer verbindet, dann sind das Schiffe. Kein Wunder, denn die Schifffahrt ist seit jeher enorm wichtig für viele Küstenorte. Vom 17. bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts stand Ahrenshoop unter schwedischer Verwaltung. Zu dieser Zeit galten die Seefahrt sowie der Fischfang und die Landwirtschaft als Haupterwerbszweige, wobei die Seefahrt sogar am bedeutsamsten war. 1815 ging Ahrenshoop nach dem Wiener Kongress an Preußen über. Fast 60 Jahre später, im Jahr 1872, wurden weite Teile Ahrenshoops durch eine schwere Sturmflut zerstört.

Was hatte es mit der Sturmflut 1872 auf sich?

Die Hochwassersturmflut im Jahr 1872 hat die Ostseegebiete stark getroffen. Am Morgen des 13. Novembers wurden weite Gebiete von hohen Wellen überschwemmt. Die Folge: meterhohes Wasser in den Küstenorten. Einige Menschen kamen dabei ums Leben und zahlreiche Familien verloren ihre Häuser. Auch Ahrenshoop wurde vor schweren Schäden und Verwüstungen nicht bewahrt. Um sich vor den Wellen und dem Wasser in Sicherheit zu bringen, suchten die Menschen Zuflucht auf den Dächern der Häuser. Es hat eine lange Zeit gedauert, bis sich die Orte und die Menschen der Ostseeküsten von dem Schaden erholen konnten.

Schon seit 1900 gibt es in in Ahrenshoop den Hafen Althagen. © Shutterstock, Ina Meer Sommer
Früher Mittel zum Zweck, heute eine Attraktion: Der Hafen Althagen. © Shutterstock, Ina Meer Sommer

Wieso war der Hafen Althagen so wichtig?

Am Nordwestufer des Saaler Boddens befindet sich der Hafen Althagen. Dort könnt ihr ein echtes Stück Geschichte erleben. Die Ursprünge des Hafens liegen im Jahre 1900. Angefangen hat alles damit, dass am Seitenarm des Saaler Boddens eine Anlegestelle für Fischer und das Fährschiff nach Ribnitz-Damgarten befestigt wurde.

Erst 1929 wurde nämlich eine feste Straßenverbindung eingerichtet. Auch heute könnt ihr den Hafen im Rahmen eures Urlaubs in Ahrenshoop besuchen. Ihr könnt euch dort eine Bootstour auf einem traditionellen Zeesboot machen und euch von den Wellen über den Bodden treiben lassen. Wer mutig ist, kann auch selbst ein altes Holzboot mieten und dort ablegen. Mehr über den Hafen Althagen erfahrt ihr hier.

Ahrenshoop als Künstlerkolonie

Trotz der Sturmflut hat Ahrenshoop nichts von seiner Schönheit eingebüßt. Der Charme Ahrenshoops begeistert Jahr für Jahr Touristen, die in Fischland-Darß-Zingst Urlaub machen. Auch bei Künstlern kommt das Dörfchen seit jeher gut an. Schon 1889 haben der Oldenburger Maler Paul Müller-Kaempff und sein Kollege Oskar Frenzel einen Ausflug nach Ahrenshoop gemacht und ihre Faszination für das Dorf entdeckt. Viele Künstler wollten zu der Zeit dem Trubel des Stadtlebens entkommen und sind aufs Land gezogen. Ahrenshoop war dafür der ideale Ort.

Im Kunstkaten wartet ein buntes Ausstellungsprogramm auf euch.
Auch heute noch könnt ihr auch im Kunstkaten ein buntes Ausstellungsprogramm ansehen.

Was hat es mit dem Ahrenshooper Kunstkaten auf sich?

1909 eröffneten Paul Müller-Kaempff und der Landschaftsmaler Theobald Schorn die erste Galerie, den Ahrenshooper Kunstkaten. Habt ihr gewusst, dass der im “Fischlandstil” gebaute Kunstkaten dazu anregen sollte, auch weitere Häuser in Ahrenshoop in diesem Stil zu errichten? Der Kunstkaten war also der Grundstein für die vielen alten Häuschen mit ihren schönen Reetdächern, die ihr in Ahrenshoop sehen könnt.

Doch der Erste Weltkrieg hat sich auch auf die Ahrenshooper Kunst ausgewirkt. So wurde die Ausstellung 1918 erst einmal aufgelöst. Erst 1946 ging es wieder bergauf.

Man hätte denken können, dass nach dem Ersten Weltkrieg alles überstanden war. Doch wie das Schicksal so spielt, musste der Kunstkaten nach einem Brand im Jahr 1974 erneut schließen. Trotzdem blieb er nach seiner Wiedereröffnung 1977 das kulturelle Highlight von Fischland-Darß-Zingst.

Im Kunstmuseum könnt ihr auch über 800 Exponate anschauen.
Ganze 800 Exponate warten im Kunstmuseum auf euch.

Wo kann man sich die Kunstwerke heute anschauen?

Natürlich könnt ihr den Ahrenshooper Kunstkaten auch heute noch besuchen. Euch erwartet dort das ganze Jahr über ein wechselndes Ausstellungsprogramm von Natur über Landschaft bis hin zum Thema Meer. Ihr könnt euch dort nicht nur aktuelle Kunst, sondern auch Werke aus der über 125 Jahre alten Geschichte der Künstlerkolonie Ahrenshoop ansehen. Auch Lesungen, Konzerte und andere Veranstaltungen finden dort statt. Schaut doch bei eurem nächsten Ahrenshoop-Urlaub einmal vorbei.

Neben dem Kunstkaten könnt ihr in Ahrenshoop seit 2013 das Kunstmuseum besuchen. Das Museum ist nicht nur von innen, sondern auch von außen mit seiner modernen Architektur ein absolutes Highlight.

Im Ahrenshooper Kunstmuseum werden mehr als 800 Exponate mit Arbeiten zu Künstlern aus der Region ausgestellt. Zum Jubiläum der Künstlerkolonie könnt ihr euch dort außerdem 90 Gemälde von 16 Künstlern von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg anschauen.

Wer war Käthe Miethe?

Noch nie etwas von Käthe Miethe gehört? Wir klären euch auf. Die Schriftstellerin war von Ahrenshoop nämlich genauso begeistert wie wir.

1893 ist Käthe Miethe geboren – und zwar als Tochter eines Chemikers. Wohl kaum hätte man geahnt, dass aus Käthe einmal eine Schriftstellerin werden wird. Und zwar nicht irgendeine, sondern die Autorin zahlreicher Heimatliteraturwerke über unsere Region. Sie hat das Fischland aber nicht nur in ihrer Literatur verarbeitet, sondern sich auch für die Feuerwehr und die kulturellen Belange des Ortes eingesetzt.

Es existieren zahlreiche Romane und Erzählungen von ihr, in denen sie Geschichten verschiedener Fischländer verarbeitet hat. Sie hat damit ein Stück der Geschichte Ahrenshoops festgehalten, sodass auch ihr diese heute so realistisch wie möglich erleben könnt. Ihr zu Ehren wurde die Bibliothek Ahrenshoops “Käthe-Miethe-Bibliothek” getauft. Schaut dort einmal vorbei und greift euch ihr berühmtes Werk “Das Fischland” aus dem Regal.

Jedes Jahr am 11. und 12. März finden außerdem die Käthe-Miethe-Tage statt. Wenn ihr neugierig geworden seid, könnt ihr euch diesen Beitrag über die Schriftstellerin anschauen.

Kommt nach Ahrenshoop und erlebt Gegenwart und Geschichte

Ahrenshoop bietet viel mehr als Natur, Seeluft, Strand und das Rauschen der Wellen. Wer Lust auf Kultur hat und einmal richtig tief in die Vergangenheit eintauchen will, der ist in Ahrenshoop genau richtig!

Beitragsbild: © Shutterstock, Icrms

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