Das Gold der Ostsee So findet ihr Bernsteine an der Ostsee

Die Ostseeküste ist bekannt für ihr hohes Bernsteinvorkommen. Die wunderschönen Steine könnt ihr in eurem Ostseeurlaub auch einfach selbst suchen gehen. Was dabei zu beachten ist und wieso die Zeit, der Ort und das Wetter eine Rolle spielt, erfahrt ihr jetzt.

Vielleicht seid ihr ja einige der Glücklichen, denen bei einem Strandspaziergang an der Ostsee ein kleiner goldgelber Stein entgegengestrahlt hat. Dabei handelt es sich um den sogenannten Bernstein, der oft an der Ostseeküste aufgefunden wird. Beliebt ist dieser vor allem für Bernsteinschmuck oder wegen der schönen Bernsteinfarbe. Wenn das Kaufen einer Bernsteinkette euch zu langweilig erscheint, macht euch doch einfach mal selbst auf die Suche. Wir zeigen euch, wie es geht!

Was genau ist Bernstein?

Bernstein ist eigentlich gar kein richtiger Stein, sondern versteinertes fossiles Harz. Der Bernstein ist organischen Ursprungs und besteht zum größten Teil aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff. Aufgrund seiner Struktur ist Bernstein eines der weichsten und leichtesten Edelsteine, die es gibt.

Besonders beliebt ist Bernsteinschmuck aufgrund der einzigartigen Bernsteinfarbe. Die Steine werden dann zum Beispiel in Bernsteinketten oder Bernsteinohrringe verarbeitet. Doch auch für Sammler sind Bernsteine eine echte Freude. Diese werden in Museen ausgestellt oder auf einem Bernsteinmarkt verkauft. Interessant sind auch die heilenden Kräfte, die dem schönen Stein nachgesagt werden, aber darauf kommen wir später nochmal zurück.

Die Entstehung von Bernstein – wie funktioniert´s?

Das fossile Harz, aus dem der Bernstein besteht, ist bereits vor vielen Millionen Jahren aus verschiedenen Bäumen, wahrscheinlich aus Kiefern oder ähnlichen Nadelbäumen ausgetreten. Das Harz trocknete an der Luft und sank durch die Gezeiten oder Eis und Brandung in die Tiefe. Unter Luftabschluss und dem Druck der Gesteinsschichten wurden die individuellen Bernsteine geformt und sind bis heute vor allem an der Ostsee zu finden. Manchmal haben sich kleine Tiere oder Insekten in dem Harz verfangen und sind dann im getrockneten Bernstein als Fossilien zu sehen.

Bernsteinketten werden oft bei zahnenden Babys eingesetzt, um ihre Beschwerden zu lindern. © Shutterstock, Michele Ursi
Die Bernsteinkette hat eine lange Tradition in der Naturheilkunde und soll dabei helfen, Beschwerden zu lindern und Lebensfreude auszustrahlen. © Shutterstock, Michele Ursi

Hat Bernstein wirklich eine heilende Wirkung?

Vor allem in der Esoterik gilt Bernstein als heilender Schutzstein. Bei langem Tragen einer Bernsteinkette soll der Stein positive Schwingungen aussenden, euch mit Lebensfreude beschenken sowie Ängste nehmen. Wissenschaftlich bewiesen wurde das nicht, dennoch gibt es eine jahrhundertealte Geschichte über die Heilkräfte des Bernsteins. Er wurde früher bei der Bekämpfung verschiedener Krankheiten eingesetzt und ist jetzt immer noch sehr beliebt in der Homöopathie. Eine Bernsteinkette soll auch kleinen Kindern oder Babys beim Zahnen behilflich sein. Laut der Eltern und auch Hebammen und Heilpraktikern haben Babys weniger Beschwerden, wenn sie eine Bernsteinkette tragen.

Wo kann man Bernsteine finden?

Der beliebte Bernstein ist auf der ganzen Welt zu finden, unter anderem in Südamerika, Südafrika, Thailand oder Osteuropa. Natürlich kann man die Steine auch bei uns an der Ostsee finden. Die Ostseeküste von Usedom über den Darß bis nach Poel ist dabei die perfekte Anlaufstelle. Bei einem Spaziergang an der Ostseeküste könnt ihr nicht nur Bernsteine finden sondern auch die gesunde Ostseeluft einatmen. Was es damit auf sich hat, erfahrt ihr in diesem Beitrag. Vor einigen Jahren wurde an der Westküste des Darß sogar ein 2,5 kg schwerer Bernstein gefunden. Dieses Exemplar könnt ihr im Prerower Bernsteinmuseum begutachten.

Wann ist die beste Zeit zum Bernsteine suchen?

Da Bernsteine sich meistens am Grund befinden und von Gesteinsschichten umgeben sind, ist ein eher unruhiges Meer mit Wellen von Vorteil. In kaltem, salzigen Wasser wird der leichte Bernstein vom Meeresgrund aufgewirbelt und von den Wellen mitgetragen. Idealerweise hat das Wasser eine Temperatur von 4 Grad Celsius. Die Dichte des Wassers stimmt dann nämlich mit der des Bernsteins überein, wodurch dieser angeschwemmt wird. Deshalb empfehlen wir zur Bernsteinsuche am besten die Herbst- und Wintermonate ab Ende Oktober.

Bernsteine schwimmen mit dem Wasser mit und landen selten an Land. © Shutterstock, Igor Shoshin
Mit einem Kescher ausgerüstet, habt ihr große Chancen, einige Bernsteine zu finden. © Shutterstock, Igor Shoshin

Wo findet man die meisten Bernsteine?

Da Bernsteine so leicht sind, lagern sie sich selten mit den anderen Steinen am Ufer ab. Viel mehr schwimmen sie in seichten Gewässern oder mit den Wellen mit. Zur Orientierung könnt ihr auch nach Pflanzen und Schwemmgut Ausschau halten, wie zum Beispiel Sprockholz oder Seegras. Es kann sein, dass sich die Bernsteine darunter befinden. Im Wasser werdet ihr auf jeden Fall mehr Erfolg bei eurer Suche haben. Nur etwa 5 % des deutschen Bernsteinvorkommens finden sich tatsächlich an Land. Aber ausgerüstet mit Gummistiefeln und Kescher wird die Bernsteinsuche erst richtig lustig und zu einem echten Abenteuer.

Bei welchem Wetter sollte man Bernsteine suchen?

Wir haben jetzt schon gelernt, dass wir am besten in kalten Jahreszeiten und im Wasser nach den Bernsteinen suchen sollten. Aber auch wenn die Bernsteinsuche eine tolle Urlaubsaktivität ist, solltet ihr nicht auf das passende Wetter mit Sonne und ohne Wind warten – ganz im Gegenteil!

Beim Bernsteine sammeln ist Wind von Vorteil, denn erst dann habt ihr einen wunderbaren Wellengang, der die schönen Steine anspült. Wenn ihr nicht raus ins ungemütliche Wetter wollt, könnt ihr auch direkt nach dem Sturm auf die Suche gehen, wenn die Steine schon aufgewirbelt wurden und noch nicht wieder verschwunden sind. Oder ihr verdient euch nach einem Spaziergang durchs Schietwetter einfach den perfekten Wellnessabend, danach im Hotel.

Bernsteinfarbe kann auch unterschiedlich sein. Typischerweise ist sie Goldgelb bis Braun. © Shutterstock, vvoe
Die typische Bernsteinfarbe hat einen goldenen Glanz, die Farbe von Honig und strahlt in der Sonne. © Shutterstock, vvoe

Bernsteinfarbe: Wie sieht ein echter Bernstein aus?

Die bekannte Bernsteinfarbe ist häufig honiggelb bis bräunlich und glänzt wunderschön in der Sonne. Nicht umsonst werden die Steine als das Gold der Ostsee bezeichnet. Es gibt jedoch nicht nur die eine Bernsteinfarbe. Rohbernstein kann auch weißlich sein, ein sehr helles Gelb oder eine rötliche Farbe aufweisen. Die Bernsteinfarbe hängt dabei von den Bedingungen ab, unter denen das Exemplar entstanden ist.

Nicht nur die Bernsteinfarbe ist verschieden, es gibt auch Unterschiede in der Transparenz. Es gibt Bernsteine, die vollkommen durchsichtig sind und die beim Durchschauen an Glas erinnern. Doch es gibt auch weißliche, knochenähnliche Strukturen, die undurchsichtig sind.

Bernstein erkennen – So geht’s!

Um sicherzugehen, dass eure gefundenen Schätze auch wirklich die begehrten Bernsteine sind und nicht die ähnlich aussehenden, eisenhaltigen Quarz-Gerölle, haben wir ein paar Tricks für euch. Lasst eure Bernsteine erst einmal gründlich trocknen, wenn ihr zu Hause angekommen seid. Danach könnt ihr einen der folgenden Tests durchführen:

  • Salzwasser-Test: Wie wir bereits erwähnt haben, schwimmt ein Bernstein in salzigem, kalten Wasser an der Oberfläche. Das könnt ihr einfach zu Hause ausprobieren. Nehmt euch ein Glas und füllt es mit kaltem Wasser. Gebt dann einen Esslöffel Salz hinzu und wartet, bis es sich aufgelöst hat. Wenn ihr nun den Bernstein in das Wasser gebt, sollte er oben schwimmen.
  • Papierschnipsel-Test: Eine weitere Eigenschaft von Bernsteinen ist, dass sie sich elektrisch aufladen. Bereitet euch dafür kleine Papierschnipsel vor. Wenn ihr den Bernstein jetzt an Baumwolle oder Seide reibt, lädt dieser sich elektrostatisch auf und kann die Papierschnipsel anziehen.
  • UV-Licht-Test: Bei diesem Test könnt ihr eure gefundenen Bernsteine auch direkt vor Ort überprüfen. Wenn ihr diese nämlich mit einer UV-Taschenlampe anleuchtet, sollte der Bernstein grün, gelb oder sogar blau glühen. So habt ihr die Gewissheit, dass es sich um einen echten Bernstein handelt.
Bernsteine sammeln kann man auf der ganzen Welt. Besonders schön ist die Suche an der Ostseeküste. Dennoch ist dabei einiges zu beachten. © Shutterstock, Mikhail Sedov
Bernsteine einfach mit den Händen sammeln und in der Hosentasche transportieren? Wir verraten euch, wieso das eine Gefahr sein kann. © Shutterstock, Mikhail Sedov

Geht von Bernsteinen eine Gefahr aus?

Vielleicht seid ihr schon mal auf eine angsteinflößende Schlagzeile zu selbstentzündlichen Bernsteinen gestoßen, die schwere Verbrennungen auslösen. Dabei handelt es sich jedoch gar nicht um unsere schönen, gold glänzenden Bernsteine, sondern um weißen Phosphor. Dieser ist noch aus alten Munitionsresten von Bomben des Zweiten Weltkrieges vorhanden. Ungünstig jedoch, dass diese den Bernsteinen zum Verwechseln ähnlich sehen.

Die Phosphorreste sind für den Menschen hochgiftig und erreichen in trockenem Zustand Temperaturen von bis zu 1.300 Grad. Ganz schön heiß!

Um euch vor den Gefahren zu schützen, gibt es aber ganz einfache Tipps, wodurch ihr nichts zu befürchten habt. Wenn ihr vermeintliche Bernsteine gefunden habt steckt sie nicht einfach in eine Tasche oder eure Jacke, sondern in ein mit Wasser gefülltes Glas oder einen Beutel, den ihr bei Gefahr schnell wegwerfen könnt.

In der Unterkunft oder zu Hause könnt ihr die Bernsteine dann einfach auf einer feuerfesten Unterlage oder draußen trocknen lassen. Sobald die Exemplare komplett trocken sind, könnt ihr euch sicher sein, dass es sich nicht um Phosphor handelt.

Dennoch möchten wir betonen, dass Bernsteine sammeln nicht ungefährlich ist und ihr die Suche mit Vorsicht angehen solltet. Wenn ihr jedoch auf die besagten Tipps achtet, könnt ihr der Gefahr entgehen. Falls ihr dennoch Zweifel habt, nehmt lieber einen Experten mit auf die Suche und beachtet die folgenden Richtlinien für den Notfall.

Was ist im Notfall zu beachten?

  • Notarzt anrufen: Die Gefahr, dass ihr wirklich mal einen schweren Unfall habt, ist zwar gering, jedoch können die Folgen schwer sein. Deshalb direkt Hilfe rufen!
  • Brennende Kleidung sofort ausziehen.
  • Feuer nur im Sand löschen. Rollt die Kleidung im Sand oder erstickt das Feuer, geht auf keinen Fall ins Wasser. Phosphor verwandelt sich nämlich in Kombination mit Wasser zu einer ätzenden Säure.
  • Alle Teile des Phosphors entfernen, damit sie sich bei der Berührung mit Sauerstoff nicht erneut entzünden können.

Macht euch auf die Suche nach dem Gold der Ostsee

Also jetzt seid ihr auf jeden Fall gewappnet für eure eigene Bernsteinsuche! Wenn ihr aus dem kalten Wind mit euren kleinen Schätzen wieder zurück ins Hotel kommt, begrüßen wir euch gerne mit leckeren Köstlichkeiten oder einem ausgiebigen Wellnessprogramm, zum Beispiel im Hotel THE GRAND Ahrenshoop. Das habt ihr euch dann auf jeden Fall verdient. Wir freuen uns auf euren Besuch!

Beitragsbild © Shuttertstock, ntv

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