Das müsst ihr wissen Für ein sicheres Badevergnügen in der Ostsee

Am 01. Juli kam es bei uns im Ostseebad Ahrenshoop leider zu einem tragischen Badeunfall. Aus diesem Grund beschäftigen wir uns in diesem Beitrag mit der Frage, wie ihr das Baden in der Ostsee genießen könnt, ohne euch in Gefahr zu begeben.

Die Gefahren, die vom Meer ausgehen, werden oftmals unterschätzt. Der Wellengang, Unterströmungen oder das Überschätzen der eigenen Kräfte führen leider immer wieder dazu, dass Badegäste in brenzlige oder sogar lebensgefährliche Situationen geraten. Wir möchten natürlich, dass ihr euren Ostseeurlaub und damit auch die Zeit am Strand genießen könnt. Deshalb erfahrt ihr bei uns, welche Sicherheitsregeln es beim Baden in der Ostsee zu beachten gilt und warum Buhnen sowie Steinwälle eine Gefahr darstellen.

Was sind Buhnen?

Unter dem Begriff Steinwall könnt ihr euch vielleicht etwas vorstellen. Dabei handelt es sich um lange Anlagen aus Stein, die ins Meer hinausragen. Auch die Buhnen führen im rechten Winkel vom Strand bis weit ins Wasser hinein. Im Gegensatz zu den Steinwällen handelt es sich hierbei allerdings um Pfähle aus Holz oder Beton. Buhnen werden unter anderem auch als Kribbe, Stack, Schlenge oder Höft bezeichnet.

Welche Funktionen haben Buhnen und Steinwälle?

Sowohl die Buhnen als auch die Steinwälle dienen als Schutzanlagen für das Ufer beziehungsweise die Küste. Sie sollen die Geschwindigkeit der Meeresströmung abbremsen, um die Sanderosion und somit auch das Abtragen des Landes zu reduzieren. Der Steinwall bei uns in Ahrenshoop verläuft parallel zur Linie der Küste und hat den Sinn, die Wellen zu brechen. Dadurch wird die Landzunge geschützt. Neben den Buhnen sollen laut dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt übrigens sandreiche Strände, Seedeiche, Dünen sowie Küstenschutzwälder dafür sorgen, dass die Landabtragung vermindert wird.

Im Gegensatz zu den Steinwällen sind die sogenannten Buhnen aus Holz oder Beton.
Sowohl die Buhnen als auch die Steinwälle spielen beim Küstenschutz eine wichtige Rolle – allerdings bergen sie auch Gefahren.

Was macht Buhnen und Steinwälle so gefährlich?

An den Buhnen und Steinwällen bilden sich Sogwirkungen und gefährliche Strömungen. Diese verlaufen dabei von den Buhnen weg in Richtung Meer. Wenn es einen starken Wellengang gibt, besteht außerdem die Gefahr, dass Schwimmer an die Buhnen gedrückt oder im schlimmsten Fall sogar dagegen geschleudert werden. Genauso riskant ist es übrigens, wenn Badegäste auf den Steinwällen beziehungsweise Pfählen gehen. Das liegt zum einen daran, dass die Küstenschutzanlagen oftmals mit Muscheln überwachsen sind, die scharfe Kanten haben und die Füße verletzen können. Zum anderen ist das Material rutschig, da es kontinuierlich mit Wasser überspült wird. Auch der Algenbewuchs birgt eine Rutschgefahr. Genauso kann es passieren, dass Badegäste mit dem Fuß stecken bleiben, wenn sie zwischen zwei Pfähle treten und sich nicht mehr selbst befreien können.

Für einen Sprung ins Wasser dürfen die Buhnen und Steinwälle ebenfalls in keinem Fall genutzt werden. Das liegt nicht nur an den oben beschriebenen Strömungen, sondern auch an der Wassertiefe, die an beiden Seiten unterschiedlich sein kann. Wer einen Kopfsprung ins Wasser macht, weil dies vermeintlich tief genug ist, riskiert schwere Verletzungen.

Von der Küsten- bis zur Brandungsströmung: Die Ostsee ist immer in Bewegung.
Immer in Bewegung: Hättet ihr gewusst, dass es verschiedene Arten der Strömung gibt?

Welche Arten von Strömungen gibt es?

Generell gilt, dass es sich bei der Strömung nicht um eine Konstante handelt, denn die Strömungsrichtung und auch ihre Stärke verändert sich stetig. Deshalb solltet ihr immer mit der Strömung schwimmen, auch wenn das vielleicht bedeutet, dass ihr einen etwas längeren Weg auf euch nehmen müsst.

  1. Küstenströmung

    Die Küstenströmung wird auch Küstendrift genannt und bezeichnet eine parallel zur Küste verlaufende, gleichmäßige Strömung. Diese Art der Strömung liegt außerhalb der Brandungszone und entsteht durch den Einfluss des Windes sowie der verschiedenen Wasserdichten.

  2. Brandungssog und Brandungsströmung

    Der Brandungssog wird auch Unterstrom genannt. Dabei handelt es sich um die Wassermassen, die zurückfließen, nachdem sie sich am Strand beziehungsweise an Sandbänken gebrochen haben. Durch dieses kraftvolle Zurückfließen entsteht ein starker Sog, der entgegengesetzt zur Brandung verläuft. Dadurch kann es Badende bereits an flachen Stellen von den Füßen reißen.

    Wenn die Wellen in einem schrägen Winkel auf den Küstenabschnitt treffen, entsteht oftmals kein Unterstrom, sondern die sogenannte Brandungsströmung. Diese verläuft nahe des Ufers und parallel zur Küste.

  3. Rippströmung

    Der Brandungsvorgang sorgt dafür, dass sich das Wasser in der Nähe des Strandes aufstaut und sich ein Überdruck bildet. Dieser Überdruck kann durch die Brandungszone normalerweise nicht in Richtung der offenen See zurückfließen. Wenn es nun aber beispielsweise eine Lücke in einer Sandbank gibt, brechen die Wassermassen hier ungehindert durch die Brandungszone. Dadurch entsteht die sogenannte Rippströmung, die besonders riskant ist, da sie den Badenden weit hinaus aufs Meer ziehen kann. Für diesen Fall ist es wichtig, nicht in Panik zu verfallen und wenn möglich quer zur Strömung aus dem Hauptstrom zu gelangen.

Mit der Abtrennung in Abschnitte für Schwimmer und Wassersportler soll verhindert werden, dass Badegäste gefährdet werden.
Die Flaggen der DLRG und ihre Bedeutung: Die schwarz-weiß geviertelte Flagge weist zum Beispiel darauf hin, dass ein Strandabschnitt von Wassersportlern genutzt werden darf.

Was bedeuten die DLRG-Flaggen?

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, kurz DLRG, spielt für die Sicherheit im und am Wasser eine wichtige Rolle. Mithilfe von Flaggen, die ihr bei eurem Ostseeurlaub bestimmt auch schon einmal gesehen habt, werden die Badegäste über mögliche Gefahren informiert.

  • rot-gelbe Flagge
    Wenn ihr am Strand oder an einem DLRG-Turm eine rot-gelbe Flagge seht, bedeutet dies, dass es sich um ein Areal handelt, das von den Rettungsschwimmern überwacht wird.
  • gelbe Flagge
    Eine gelbe Flagge zeigt an, dass Kinder, ältere Personen und ungeübte Schwimmer aufgrund von riskanten Bedingungen nicht ins Wasser gehen sollten. Wenn ihr darüber hinaus einen orangefarbenen Windsack an der Wachstation seht, bedeutet dies, dass ein ablandiger Wind weht und aufblasbare Schwimmringe und ähnliches nicht genutzt werden sollten.
  • rote Flagge
    Eine rote Flagge signalisiert, dass das Baden durch hohe Wellen, Strömungen oder eine Verschmutzung des Wassers lebensgefährlich sein kann.
  • schwarz-weiß geviertelte Flagge
    Vielleicht habt ihr ja auch schon einmal eine Flagge gesehen, die schwarz-weiß geviertelt ist. Diese weist Strandabschnitte aus, an denen Wassersportgeräte genutzt werden dürfen. Dazu gehören Jetskis, Surfbretter oder auch Segelboote. Mit der Abtrennung in Abschnitte für Badegäste und Wassersportler soll verhindert werden, dass Schwimmer gefährdet werden.
Um euch beim Baden in der Ostsee nicht zu gefährden, solltet ihr die Baderegeln der DLRG befolgen.
Die DLRG hat einige Baderegeln aufgestellt, die für eure Sicherheit im Wasser sorgen sollen. © Shutterstock, spass

Welche Baderegeln sind noch wichtig?

Die DLRG hat ein paar einfache Baderegeln aufgestellt, die dafür sorgen, dass ihr euren Strandtag sicher und sorgenfrei genießen könnt. Dazu gehört, dass ihr nur baden gehen solltet, wenn ihr euch auch gut fühlt und euch abkühlt, bevor es ins kalte Nass geht. Springt außerdem nur ins Wasser, wenn ihr wisst, dass es tief genug ist. Auch solltet ihr nie schwimmen gehen, wenn euer Magen entweder ganz voll oder ganz leer ist. Wenn ihr Nichtschwimmer seid, rät die DLRG, nur bis zum Bauch ins Wasser zu gehen. Eine weitere Baderegel der DRG besagt, dass Badegäste nur um Hilfe rufen sollen, wenn diese auch wirklich in Gefahr sind.

Darüber hinaus solltet ihr eure eigenen Kräfte beim Schwimmen nicht überschätzen und auf keinen Fall dort baden gehen, wo Schiffe fahren. Wenn es anfängt zu gewittern, müsst ihr das Wasser umgehend verlassen und euch in ein festes Gebäude begeben. Außerdem weist die DLRG darauf hin, dass Abfälle nicht ins Wasser, sondern in den dafür vorgesehenen Mülleimern entsorgt werden müssen. Schließlich ist es noch wichtig zu beachten, dass aufblasbare Schwimmhilfen keine Sicherheit gewähren.

Wir wünschen euch einen schönen Ostseeurlaub!

Damit bleibt uns von ahrenshoop.travel nur noch, euch eine erholsame Auszeit bei uns zu wünschen. Übrigens: Auch für einen Urlaub mit Hund eignet sich ein Aufenthalt bei uns an der Ostsee bestens. Bestimmt genießt es euer Vierbeiner ebenso wie ihr, eine Runde in der Ostsee schwimmen zu gehen und am Strand entlang zu spazieren. Mehr zu eurem Ostseeurlaub mit Hund erfahrt ihr in diesem Beitrag.

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