Ein Vögelchen hat uns gezwitschert Vögel in Deutschland beobachten? Auf nach Fischland-Darß-Zingst!

Es zwitschert und singt auf Fischland-Darß-Zingst. Das ist doch der perfekte Zeitpunkt, um sich die Vögel der Region aus nächster Nähe anzuschauen. Auf an die Ostsee!

Psst! Hört ihr das? In Deutschland, genauer gesagt auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst solltet ihr genauer hinschauen, denn jetzt könnt ihr Vögel beobachten. In diesem Beitrag erfahrt ihr alles, was ihr dazu wissen müsst.

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Na, was erspähen wir denn da? Ganz verschwommen am Horizont. Moment mal, bevor wir starten, solltet ihr das Fernglas herauskramen, denn dann ist die Sicht gleich viel besser. Jetzt müsstet ihr unsere gefiederten Freunde entdeckt haben. Es geht nämlich ums Vögel beobachten. Und wo geht das besser als auf Fischland-Darß-Zingst, der schönsten Halbinsel Deutschlands? Gemeinsam entdecken wir die besten Spots zur Vogelbeobachtung und geben euch spannende Einblicke in die Welt der Himmelsbewohner. Dazu erhaltet ihr praktische Tipps, wie ihr die Tiere achtsam beobachten und gleichzeitig das perfekte Foto schießen könnt, also bleibt gespannt.

Fischland-Darß-Zingst bietet die perfekte Umgebung, um Vögel der Region zu beobachten. © Melanie Nentwig

Wo kann man am besten Vögel beobachten?

Die Vogelwelt zeigt sich im Ostseeraum dort von ihrer schönsten Seite, wo unberührte Natur auf weite Landschaften trifft. Besonders Fischland-Darß-Zingst gilt als Hotspot, denn hier rasten im Herbst zehntausende Kraniche und zahlreiche Zugvögel legen eine Pause ein. Die weiten Boddenlandschaften, Schilfgürtel und Küstenwälder bieten perfekte Bedingungen, um verschiedene Arten zu entdecken. Doch auch andere Regionen an der Ostsee, etwa die Inseln Rügen und Usedom oder die Naturschutzgebiete an der Lübecker Bucht, sind wahre Paradiese für Vogelbeobachter.

Wer zwitschert wann? Vögel und ihre liebsten Jahreszeiten

An der Ostsee könnt ihr je nach Jahreszeit verschiedene Vogelarten beobachten. Hier haben wir euch eine Übersicht zusammengestellt.

Frühling (März-Mai)

  • Kraniche
    Rückkehr aus den Winterquartieren, Balz- und Tanzzeit
  • Singvögel
    Amseln, Finken, Lerchen und Rotkehlchen erfüllen die Küsten mit Gesang
  • Seeschwalben & Möwenarten
    Rückkehr in die Kolonien
  • Limikolen (Watvögel)
    Austernfischer und Sandregenpfeifer

Sommer (Juni-August)

  • Brutvögel in Dünen, Schilfgürteln und Küstenwäldern
    z. B. Rohrdommel, Eisvogel, Rohrweihe
  • Seeschwalben
    beim Füttern der Jungvögel gut zu beobachten
  • Möwen & Kormorane
    prägen das typische Küstenbild
  • Schwalben
    in Schwärmen über Felder und Dörfer

Winter (Dezember-Februar)

  • Meeresenten
    Eiderenten, Samtenten und Schellenten vor der Küste
  • Schwäne
    Singschwäne und Höckerschwäne auf Bodden und Seen
  • Seeadler
    ganzjährig an der Ostsee, im Winter besonders gut sichtbar wegen kahler Bäume
  • Küstenvögel
    Silbermöwen und Lachmöwen auch im Winter präsent

Tipp: Wenn ihr mehr über die Vogelarten speziell auf dem Darß erfahren möchtet, dann schaut gern in diesem Beitrag vorbei.

Zur richtigen Zeit könnt ihr euch die beeindruckenden Kraniche anschauen. Definitiv ein Must-see! © Melanie Nentwig

Fernglas raus – an diesen Orten kommt ihr den Vögeln nah

Jetzt wisst ihr, welche Vögel sich zu welcher Jahreszeit beobachten lassen. Doch wo könnt ihr sie auf Fischland-Darß-Zingst am besten entdecken?

Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft

Ein echtes Paradies für Vogelbeobachtungen ist der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Mit seinen Bodden, Schilfgürteln, Dünen und Küstenwäldern bietet er unzähligen Arten einen geschützten Lebensraum. Dazu habt ihr die Möglichkeit, Vogelexkursionen und Führungen zu buchen.

Pramort (Darßer Ort)

Am östlichsten Punkt der Halbinsel Darß liegt einer der bekanntesten Aussichtspunkte für die Kranichrast. Von den Plattformen am Pramort lässt sich das beeindruckende Schauspiel im Herbst besonders gut verfolgen, wenn zehntausende Vögel gleichzeitig einfallen. Aber auch im Frühling und Sommer lohnt sich der Blick durchs Fernglas.

Darßer Wald und Weststrand

Wer lieber abseits der großen Rastplätze unterwegs ist, findet im Darßer Wald und am wilden Weststrand viele Gelegenheiten zur Beobachtung. Zwischen urigen Bäumen und windgeformten Küstenabschnitten leben Seeadler, Spechte und zahlreiche Singvögel. Der Mix aus unberührter Natur und Vogelvielfalt macht diesen Teil des Darß besonders reizvoll.

Kranorama bei Günz (am Rand des Nationalparks)

Das moderne Beobachtungszentrum bietet den wohl komfortabelsten Blick auf die Kraniche. Mit Ferngläsern und Spektiven ausgestattet, könnt ihr hier ganz entspannt die imposanten Vögel bestaunen, begleitet von spannenden Infos über ihr Verhalten und ihren Zug. Vor allem im Herbst ist das Kranorama ein Pflichtstopp für Vogelbegeisterte.

Ist Vogelbeobachter ein Beruf?

Falls euch jetzt die Idee gekommen ist, den beruflichen Zweig einzuschlagen: Offiziell gibt es den Job „Vogelbeobachter“ so nicht, zumindest taucht er in keiner klassischen Stellenausschreibung auf.

Wer aber einmal mit Fernglas und Kaffee am Bodden gesessen hat, weiß, wie ernsthaft diese „Freizeitbeschäftigung“ betrieben werden kann. Zwischen Fachbegriffen wie Ornithologie und der Kunst, den besten Platz auf der Aussichtsplattform zu ergattern, steckt fast schon Profi-Arbeit dahinter. Und wenn man dann noch den perfekten Schnappschuss eines Kranichs im Flug einfängt, fühlt man sich ohnehin wie ein hochspezialisierter Experte, nur eben ohne Arbeitsvertrag.

Schonmal was von Ornithologie gehört? Tatsächlich hört es sich komplizierter an, als es ist. Wir klären euch auf! © Melanie Nentwig

Orni… was? Ein kleiner Ausflug in die Welt der Vogelwissenschaft

Keine Sorge, Ornithologie klingt komplizierter, als es ist. Dahinter steckt schlicht die Wissenschaft von den Vögeln, also das, was passionierte Vogelbeobachter mit Fernglas im Gepäck im Grunde täglich betreiben, nur eben auf akademischem Niveau. Ornithologen erforschen beispielsweise Zugrouten, Brutgebiete, Nahrungsvorlieben oder auch den Einfluss des Klimawandels auf einzelne Arten. Die Erkenntnisse tragen nicht nur zum besseren Verständnis der Vogelwelt bei, sondern sind auch wichtig für den Arten- und Naturschutz.

Wie funktioniert die NABU Vogelzählung?

Genau hier knüpft auch der NABU (Naturschutzbund Deutschland) an. Mit Aktionen wie der „Stunde der Gartenvögel“ oder der „Stunde der Wintervögel“ ruft der NABU jedes Jahr dazu auf, Vögel im eigenen Garten, Park oder auf dem Balkon zu zählen und zu melden. Dieses Prinzip stammt ursprünglich aus Großbritannien, wo die Vogelzählung als Citizen-Science-Projekt begann. Bürgerinnen und Bürger beteiligen sich aktiv an der Forschung, indem sie ihre Beobachtungen weitergeben. Auf diese Weise entstehen wertvolle Datenreihen, die zeigen, wie sich Bestände entwickeln, welche Arten zunehmen oder seltener werden. So wird jeder einzelne Naturfreund, ob an der Ostsee, in der Stadt oder auf dem Land, zum kleinen Teil einer großen ornithologischen Gemeinschaft.

Tanz der Giganten: Kraniche live erleben

Wofür ist Fischland-Darß-Zingst bekannt? Genau, für den Kranichzug! Bis zu 70.000 Kraniche rasten über eine längere Periode in der Region. Besonders ab der zweiten Märzhälfte lohnt sich ein Blick in den Himmel, dann zieht es viele Vögel in großen Formationen über die Region und auf die umliegenden Felder. Im Herbst, von September bis Anfang November, lassen sich Kraniche vor allem entlang der südlichen Boddenküste beobachten. Tagsüber sammeln sie sich meist auf abgeernteten Äckern, bevorzugt auf Maisfeldern, um Kraft für den langen Weiterflug zu tanken.

Trotz aller Vorfreude beachtet bitte, dass ihr auf den ausgewiesenen Wegen bleibt und nur die offiziellen Beobachtungsplätze nutzt. Feld- und Wirtschaftswege führen in sensible Rückzugsräume, in denen Kraniche leicht gestört werden. Heben die Tiere die Köpfe, fühlen sie sich bereits bedroht. Geht man näher heran, fliegen sie auf und verlieren wertvolle Energie für den Zug.

Falls ihr mehr über Kraniche und ihre Bedeutung als Glücksvögel erfahren wollt, findet ihr in diesem Beitrag jede Menge interessante Infos.

Fernglas und Vogelbestimmungsbuch für die Vogelbeobachtung in Zingst.
Ein gutes Fernglas und die richtige Ausrüstung sind entscheidend, um Vögel auf Fischland-Darß-Zingst aus nächster Nähe zu beobachten. © Adobe Stock, Christiono Gala

Was braucht man zum Vögel beobachten?

Bevor ihr euch auf den Weg macht, solltet ihr an ein paar Dinge denken, denn gute Vorbereitung ist beim Vögel beobachten das A und O. Denn mit der richtigen Ausrüstung könnt ihr die Tiere viel besser entdecken!

  • Fernglas
    wichtiges Utensil, um auch auf Distanz Details zu erkennen
  • Spektiv (optional)
    für weite Distanzen, z. B. an Küsten oder großen Seen
  • Bestimmungsbuch oder Vogel-App
    zur sicheren Arterkennung
  • Notizbuch / App für Beobachtungen
    um Sichtungen festzuhalten
  • Wettergerechte Kleidung
    unauffällig, am besten in gedeckten Farben
  • Bequeme Schuhe
    für längere Wege in Naturgebieten
  • Rucksack mit Proviant & Wasser
    praktisch für längere Aufenthalte draußen
  • Kamera mit Teleobjektiv (optional)
    für Fotoaufnahmen
  • Sitzunterlage oder Klapphocker
    für bequemes, stilles Warten
  • Geduld und Ruhe
    die wichtigste „Ausrüstung“ überhaupt

Tipp: Fotoequipment & Ferngläser leihen – Fotoexkursionen erleben

Auf Fischland-Darß-Zingst könnt ihr euch bequem Kameraequipment und Ferngläser ausleihen und so bestens ausgestattet auf Entdeckungstour gehen. Wer die Natur- und Tierwelt noch intensiver erleben möchte, hat zudem die Möglichkeit, an spannenden Fotoexkursionen teilzunehmen und die Halbinsel aus einer neuen Perspektive kennenzulernen.

Spaziergänger mit Fernglas beobachten Vögel in einer weiten Seen- und Wiesenlandschaft.
Das perfekte Foto zu schießen ist gar nicht so einfach. Aber keine Sorge, wir haben ein paar Tipps und Tricks für euch zusammengestellt. © Adobe Stock, penofoto.de

Von Flügelschlägen und Ferngläsern: Tipps für die perfekte Naturaufnahme

Wer beeindruckende Naturfotos von Vögeln machen möchte, sollte sich zunächst am Morgen orientieren. In den frühen Stunden sind die gefiederten Motive besonders aktiv, und das sanfte Licht sorgt für weiche, stimmungsvolle Bilder.

Eine gezielt platzierte Futterstelle kann ebenfalls der Schlüssel zum Erfolg sein. Auch auf kleinsten Flächen lassen sich so Kamera- und Vogelmotiv aufeinander abgleichen, ohne dass die Tiere gestört werden. Besonders wirkungsvoll ist es, natürliche Elemente wie Äste oder morsches Holz zu verwenden und das Futter dezent zu verstecken, so lassen sich zum Beispiel Meisen, Kleiber oder Buchfinken unaufgeregt ablichten.

Bildgestaltung ist mindestens genauso wichtig wie Technik. Vögel sollten stets auf Augenhöhe aufgenommen werden, das sorgt für Nähe und emotionalen Ausdruck. Vermeidet störende Elemente im Hintergrund und setzt auf gezielte Komposition, um den Blick der Betrachter zu lenken.

Die Fotografin Melanie Nentwig hat ein besonderes Gespür für Naturmotive, einige Beispiele seht ihr in diesem Beitrag. Wenn ihr mehr über sie und ihre Arbeit erfahren möchtet, schaut gerne auf ihrer Website vorbei.

Federleichte Erholung in Ahrenshoop

Nach einem Tag voller Eindrücke gehts jetzt ab in die Federn! Und da können wir euch eine ganz klare Empfehlung geben, denn das THE GRAND Ahrenshoop und STRANDHAUS Ahrenshoop lassen keine Wünsche offen. Ob ihr nach erfolgreicher Vogel-Sichtung erledigt ins Bett fallt oder euch noch im Wellnessbereich des THE GRAND Ahrenshoop entspannt, hier könnt ihr den Tag ganz nach euren Bedürfnissen gestalten.

Wir wünschen euch eine unvergessliche Zeit auf Fischland-Darß-Zingst und vielleicht gelingen euch dabei sogar ein paar besondere Schnappschüsse eurer liebsten Vogelarten.

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