Es wird würzig Anis – das Lakritz unter den Gewürzen
Lakritz-Fans aufgepasst: Anis ist euer Gewürz! Hier wartet nicht nur ein leckeres Rezept, sondern auch spannende Fakten rund um dieses besondere Kraut. Also bleibt dran, denn es wird aromatisch!
- 17.11.2025
- ahrenshoop.travel-Team
Ein Hauch Anis und schon liegt dieser vertraute Duft in der Luft: süß, würzig, ein bisschen nach Kindheit, ein bisschen nach Lakritz. Aber das ist längst nicht alles, denn in diesem Beitrag erfahrt ihr, was das Gewürz noch alles kann.
Anis schmeckt wie Hustensaft?
Anis ist so ein Gewürz, über das sich Geschmäcker streiten, fast so sehr wie bei Koriander. Für die einen ist er zu intensiv, zu dominant, fast ein bisschen medizinisch. Für die anderen ist genau dieser Geschmack ein Stück Nostalgie: nach Weihnachtsplätzchen, warmem Tee und gemütlichen Winterabenden. Doch Anis kann weit mehr, als Meinungen spalten. Das kleine Doldenblütler-Samenkorn hat eine spannende Geschichte, wird seit Jahrhunderten in Küche und Heilkunde geschätzt und verleiht Speisen und Getränken eine unverwechselbare Note. Na, gespannt? Dann solltet ihr keine Zeit verlieren und in diesen Beitrag hineinlesen!

Woher kommt Anis?
Anis, ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum stammend, wirkt zuerst unscheinbar, war aber bereits im 16. Jahrhundert ein wichtiges Gewürz. So wurde es auf Santorini und Kreta schon damals zum Würzen von Wein gebraucht. Heutzutage ist Anis weltweit verbreitet und wird unter anderem in Südrussland, Japan, Mittel- und Südeuropa sowie in Mittelamerika angebaut. Es zählt somit zu den ältesten Würzpflanzen der Welt.
Doch nicht nur sein geografischer Weg ist bemerkenswert, denn botanisch gehört Anis zur Familie der Doldenblütler, wächst als einjährige krautige Pflanze mit einer Höhe von 40 bis 60 cm und blüht im Juli/August mit weißen bis gelblichen Dolden. Die Samen enthalten ätherische Öle (über 95 % Anethol), Cumarin, Kampfer und Vitamin C – Stoffe, die nicht nur für das charakteristische Aroma sorgen (süß-lakritzartig, mit holziger Note), sondern auch gesundheitlich interessante Wirkung zeigen, wie ihr gleich noch sehen werdet. All das macht Anis zu einem echten Klassiker unter den Gewürzen, der weit mehr kann, als nur würzen.
Was bewirkt Anis im Körper?
Anis ist nicht nur was für Feinschmecker, sondern auch ein kleines Wunder für Körper und Seele.
- Verdauung
Anis beruhigt den Magen-Darm-Trakt und kann bei Blähungen, Krämpfen, Völlegefühl und Verdauungsstörungen helfen. - Atemwege
Anissamenöl hat eine schleimlösende und auswurffördernde Eigenschaft und kann somit bei Husten, Bronchitis und Erkältungen helfen. Schon in der Antike wurde Anis zu Heilzwecken verwendet. - Entzündungshemmend und antibakteriell
Die ätherischen Öle wirken entzündungshemmend und antibakteriell und können bei Entzündungen im Mund oder Zahnfleisch unterstützend wirken. - Beruhigend
Anis kann eine beruhigende Wirkung auf den Körper und Geist haben, was sich auch positiv auf den Schlaf auswirken kann. - Milchproduktion
In der traditionellen Medizin verwendet man Anis auch, um den Milchfluss bei stillenden Müttern zu steigern. Dafür könnte das enthaltene Estragol und das weniger stark vorkommende östrogenartige Photoanethol verantwortlich sein. Dies ist aber nicht wissenschaftlich belegt. - Osteoporose
Sekundäre Pflanzenstoffe im Anis können bei Osteoporose Beschwerden eine unterstützende Wirkung haben.
Wenn ihr euch für Gewürze interessiert, dann schaut doch gern in unseren Beitrag über Maldon-Salz vorbei.

So wendet man Anis an
Neben seiner Wirkung auf Körper und Geist hat Anis auch in anderen Bereichen einen festen Platz gefunden. Denn als Heilpflanze wird Anis nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich eingesetzt. Meist in Form von Öl oder Tinkturen, die wärmend und entspannend wirken können. In Teeform könnt ihr das aromatische Gewürz bei leichten Beschwerden oder einfach als Heißgetränk an kalten Tagen genießen. Dazu findet ihr Anis:
In der Küche
Mit seinem aromatisch-süßen Geschmack verfeinert Anis sowohl herzhafte als auch süße Speisen. Er passt zu Brot, Gebäck, Kompott, orientalischen Gerichten und Schmorgerichten und bringt eine feine, würzige Note in viele Rezepte, wie wir euch gleich zeigen werden.
In Getränken und Rezepten
Ob in Tee, Likör oder selbst gemachtem Sirup, Anis verleiht Getränken das gewisse Etwas.
In Kosmetik und Wellnessanwendungen
Das ätherische Anisöl findet sich in Massageölen, Badezusätzen und Shampoos. Es pflegt Haut und Haar, beruhigt gereizte Kopfhaut und verleiht einen natürlichen Glanz. Wie immer gilt: Packungsanweisungen beachten und auf mögliche Unverträglichkeiten achten.
Anis trifft Saibling – Rezeptidee aus dem THE GRAND Ahrenshoop
Falls ihr nun nicht genau wisst, wie ihr dieses Gewürz passend in eure Gerichte einbauen könnt, findet ihr hier ein Rezept aus dem THE GRAND Ahrenshoop. Probiert’s aus, wir versprechen, eure Geschmacksknospen werden es euch danken!
Ihr braucht:
Fisch:
- 400g Saibling oder Meerforelle oder Lachs
Gemüse und Kräuter:
- 2 große Kartoffeln, 1 Fenchelknolle mit Fenchelgrün, 2 Fleischtomaten, 1 Zwiebel, 1 Schalotte, 1 Bund Lauch, Meerspargel, Minze, Kresse
Gewürze:
- Fenchelsamen, 2 Lorbeerblätter, Pigment, Anissamen, Safran, Meersalz
Milchprodukte & Fette:
- Butter, Sahne, Parmesan, Olivenöl, Kräuteröl oder grünes Pesto
Flüssigkeiten & Fonds:
- Pernod, Weißwein, Fischfond
Toppings / Extras:
- Gemüsechips
Und so richtet ihr an:

1. Das Fischfilet wird auf der Kartoffelcreme und den Fenchel-Kartoffelwürfeln platziert – die Basis des Tellers wird damit aufgebaut. 
2. Die gelbe Safransoße wird mit einem Löffel neben dem Saibling angerichtet, sodass sie sich harmonisch mit Kartoffelwürfeln und Tomatensalsa auf dem Teller verbindet. 
3. Der gebratene Saibling, getoppt mit etwas Meerspargel und Kräutern – also fast fertig. 
4. Die Safransoße wird mit einem Löffel über die Kartoffelwürfel und die Tomaten-Minz-Mischung geträufelt, damit sich die Aromen verbinden. 
5. Fenchel-Pernod-Schaum wird als letzter aromatischer Akzent über das Gericht gegeben, bevor es serviert wird. 
6. Und fertig – der Saibling ist angerichtet: Bereit zum Genießen.
Zubereitung:
- Fenchel und Zwiebel fein schneiden und mit Lauch, Fenchelsamen, Lorbeer und Anis zu einem aromatischen Fond ansetzen. Eine Stunde ziehen lassen, durch ein Tuch sieben und bereitstellen.
- Für die Kartoffelcreme eine Kartoffel würfeln, weichkochen und mit etwas Fenchelfond auffüllen. Nach etwa 10 Minuten Butter und Parmesan unterrühren, bis eine cremige Konsistenz entsteht. Danach mit Salz abschmecken.
- Für das Risotto Schalotte und Kartoffel in feine Würfel schneiden, in Butter glasig anschwitzen, mit Weißwein ablöschen und nach und nach mit Fenchelfond auffüllen. Nach etwa 10 Minuten könnt ihr Butter und Parmesan unterrühren, bis eine cremige Konsistenz entsteht. Anschließend mit Salz abschmecken.
- Tomaten entkernen, würfeln und mit Olivenöl, Meersalz und gehackter Minze marinieren. Für den Fenchel-Pernod-Schaum den Fond mit Pernod und Butter erhitzen und mit dem Mixer aufschäumen. Safransoße aus Fischfond, Safran und Sahne einkochen und mit etwas Stärke binden und abschmecken.
- Den Saibling (oder die Meerforelle) filetieren, Abschnitte fein würfeln und für das Ragout in Olivenöl marinieren. Danach kurz abflämmen und leicht salzen. Die Filets anschließend in Olivenöl auf der Hautseite knusprig braten, kurz wenden und fertig garen.
- Zu guter Letzt anrichten: Kartoffelcreme als Spiegel auf dem Teller verteilen, darauf Kartoffelrisotto und Tomatensalsa setzen. Fischragout und Safransauce darüber geben und das gebratene Filet daneben anrichten. Fenchel-Pernod-Schaum als kleine Haube auftupfen, mit Kräuteröl oder grünem Pesto, Fenchelgrün, Kresse, Meerspargel und Gemüsechips garnieren und fertig ist euer leckeres Anisgericht!
In diesem Beitrag findet ihr übrigens auch ein tolles Rezept für ein Kardamom-Birnen-Chutney!
Was ist der Unterschied zwischen Anis und Sternanis?
Ähnlicher Name, verwandt sind sie allerdings nicht. Der Grund, warum sich ihr Geschmack trotzdem so stark ähnelt, liegt im Anethol, dem Hauptaromastoff, der beiden Gewürzen ihren typischen süß-würzigen Lakritzduft verleiht. Dadurch lassen sich Anis und Sternanis in vielen Rezepten problemlos gegenseitig ersetzen. Allerdings hat Sternanis ein deutlich kräftigeres und etwas schärferes Aroma. Wer ihn als Ersatz verwendet, sollte daher vorsichtig dosieren, meist genügt schon eine kleinere Menge, um den gleichen Geschmackseffekt zu erzielen. Besonders in Backwaren, Tees oder Likören kann Sternanis sonst schnell dominieren.

Wie wird Anis angebaut?
Der Anbau von Anis verlangt etwas Feingefühl, denn die Pflanze liebt sonnige, warme Lagen und gedeiht am besten auf lockeren, eher nährstoffarmen Böden. Genau deshalb ist sie seit jeher im Mittelmeerraum zu Hause. Dort wird Anis traditionell im Frühjahr ausgesät, sobald keine Frostgefahr mehr besteht. Die feinen Samen keimen eher langsam, weshalb gleichmäßige Bodenfeuchte wichtig ist, Staunässe jedoch unbedingt vermieden werden sollte. Bis zur Ernte vergehen in der Regel mehrere Sommermonate. Sobald sich die charakteristischen Dolden bräunlich verfärben, wird die gesamte Pflanze geerntet und zum Trocknen ausgelegt. Erst danach lassen sich die aromatischen Samen ausdreschen.
Schon gewusst? Historische Fakten rund um Anis
Tatsächlich ranken sich rund um Anis einige Geschichten, die wir euch natürlich nicht vorenthalten möchten. Denn Anis gehört zu den Gewürzen, die schon erstaunlich früh ihren Weg in Küche und Heilkunde gefunden haben. Bereits die alten Ägypter schätzten die kleinen Samen. Sie nutzten Anis sowohl für medizinische Zwecke als auch als Beigabe in Getränken. Und auch die Römer hatten eine Schwäche dafür. Sie backten den berühmten „mustaceum“, einen Anis-Kuchen, der nach üppigen Festgelagen serviert wurde und die Verdauung anregen sollte.
Im Mittelalter bekam Anis fast schon einen mystischen Ruf. Man hängte getrocknete Dolden über Türen, um „Unglück“ fernzuhalten, und nutzte das Gewürz in Klöstern für Heiltränke, Kräuterweine und frühe Likörvarianten. Diese Traditionen bilden bis heute die Grundlage für viele bekannte Anis-Spirituosen wie Ouzo, Pastis oder Sambuca. Dass Anis über Jahrhunderte so beliebt blieb, zeigt sich eben auch daran, wie weit er gereist ist: vom östlichen Mittelmeerraum über die Handelsrouten Europas bis nach Indien und Mittelamerika. Und überall hat das kleine Samenkorn eine eigene Rolle bekommen, mal als Heilmittel, mal als Küchengewürz, mal als aromatischer Begleiter in Alkohol und Süßspeisen.
Anis bringt auch Ahrenshoop zum Duften
Dieser Beitrag war ein wahrer Gaumenschmauß, wenn ihr uns fragt. Und genau daran möchten wir nun anknüpfen, denn im SEASIDE Restaurant habt ihr die Möglichkeit, unser vorhin genanntes Anis-Rezept mit Adlerfisch ab 18 Uhr zu probieren, ganz ohne selbst in der Küche zu stehen, versteht sich. Im THE GRAND Ahrenshoop stehen euch tagsüber viele Wellnessanwendungen offen, während ihr den Abend gemütlich im Pool- oder Saunabereich genießen könnt – natürlich am besten nicht mit ganz vollem Magen.
Lasst es euch schmecken und genießt den Aufenthalt bei uns in Ahrenshoop!