Besondere Fundstücke an der Ostsee Heute gehen wir Steine sammeln!

An der Ostsee lassen sich so einige tolle Schätze und Fundstücke entdecken. Ganz besonders sind die verschiedenen Steine, die auch als Glücksbringer fungieren. Kommt mit uns mit, denn heute wollen wir Steine sammeln!

Wer liebt es nicht: Endlos lange Strandspaziergänge, das Rauschen und Glitzern der Ostsee neben einem und den Blick immer leicht nach unten gesenkt, damit man bloß nichts Interessantes am Boden verpasst. An der Ostsee habt ihr die Möglichkeit, ganz besondere Steine finden zu können. Da am 16. September der Steine-Sammel-Tag ist, wollen wir euch einen besonderen Stein heute vorstellen: Den Hühnergott.

Was ist ein Hühnergott?

Zugegeben, wenn man den Namen Hühnergott hört, denkt man sicherlich nicht gleich an einen Stein. Dabei hat der Hühnergott eine lange Tradition. Gemeint ist damit ein Stein mit einem natürlich entstandenen Loch. Am häufigsten sind dies Feuersteine mit einer Kreideanlagerung. Doch auch andere Steine, die auf natürliche Weise ein Loch besitzen, tragen diesen Namen. In anderen Kulturen heißen diese Form von Steinen auch Druidenstein oder Hexenstein. In Österreich nennt man diese Steine Linsenstein. Das Loch kann von Stecknadelkopfgröße bis hin zu einigen Zentimetern groß sein. In ganz Europa haben diese Lochsteine in der Vergangenheit eine Rolle gespielt und sollen auch heute noch seinem Träger Glück bringen.

Die sogenannten Lochsteine sind seit je her ein Zeichen für Glück und sollen das Unheil fernhalten. © Shutterstock, Karsten_1
Die sogenannten Lochsteine sind seit je her ein Zeichen für Glück und sollen das Unheil fernhalten. © Shutterstock, Karsten_1

Wie kommt das Loch in den Stein?

Aber wie kommt denn jetzt das Loch in den Hühnergott? Dazu gibt es einige Theorien.

Die Hühnergötter an der Ostsee sind meistens Feuer- oder Kalksteine. Ihren Ursprung haben sie in der Kreidezeit. Das Ausgangsmaterial von Feuersteinen sind organische, kalkhaltige Bestandteile einstiger Meeresbewohner. Mit deren Ableben und Ablagerung auf dem Meeresgrund verfestigten sich im Verlauf von mehreren Millionen Jahren Knochen, Muschelschalen, Kristalle und Ähnliches und verkieselten anschließend.

Feuersteine werden im Meer gebildet, deshalb war das Gestein ständig dem Wasser ausgesetzt. Während die verkieselten Areale des Feuersteins dem Einfluss des Wassers standhalten konnten, wurden die weicheren, nicht verkieselten Bereiche gelöst und als Loch ausgespült. Auch Verwitterung, Brandung und mechanische Einflüsse durch Sand und Steine lösen die Einschlüsse.

Seltener als Hühnergötter aus Feuerstein kommen auch weiße Kreidesteine mit Loch vor. Sie sind zur gleichen Zeit wie die Feuersteine entstanden. Da sie sehr viel weicher sind, wurden die meisten von ihnen aber schon zerrieben.

Warum bringt ein Hühnergott Glück?

Der Hühnergott hat in vielen verschiedenen Kulturen eine besondere Bedeutung. Früher glaubten die Menschen, dass man einen Stein mit einem natürlichen Loch an einer Stange im Hühnerstall aufhängen müsse, damit die Hühner mehr Eier legen. So entstand auch der Name Hühnergott, der heute in Deutschland gebräuchlich ist. Außerdem gilt der Stein als Schutz gegen böse Geister und Unheil.

Der Ursprung liegt in einem slawischen Volksglauben. Demnach sollten die Hühnergötter Unheil von Haus und Hof abwehren und vor einem Poltergeist mit Namen Kikimora schützen. Kikimora kommt nachts, bringt Garn und Wolle durcheinander und stiehlt das Federvieh. Ihr Anblick kann den Tod zur Folge haben. Wer Lochsteine in den Stall hängt und auch selber trägt, kann sich schützen.

Damals wurden dem Vieh von den Bauern ebenfalls Hühnergötter um den Hals gebunden, um diese vor Seuchen und Erkrankung zu schützen. Heute hängen die Lochsteine an Ketten oder über Hauseingängen, um Glück zu bringen. Vielleicht entdeckt ihr ja welche, wenn ihr die Darßer Türen in Ahrenshoop bewundert?

An der Ostsee lassen sich viele verschiedene Gesteinsarten finden. © Shutterstock, Sharon Wan
An der Ostsee lassen sich viele verschiedene Gesteinsarten finden. © Shutterstock, Sharon Wan

Wo findet ihr an der Ostsee die schönsten Steine?

Hühnergötter könnt ihr mit Glück überall an der Ostseeküste entdecken. Gerade die besondere Form als Feuerstein mit Kalkkruste findet man hauptsächlich nur in Deutschland. Es gibt sie in verschiedenen Farben. Größtenteils dunkel bis bläulich schimmernd. Selten auch rot, grün oder gelblich.

Welche besonderen Steine gibt es sonst noch zu entdecken?

Wer vielleicht kein Glück hat, einen der seltenen Hühnersteine zu finden, dem hat die Ostsee noch weitere tolle Stein-Fundstücke zu bieten.

Donnerkeile

Donnerkeile sind echte Fossilien, es sind die fossilen Schalen der „Belemniten“, der urzeitlichen Tintenfische, welche gegen Ende der Kreidezeit ausgestorben sind. Sie haben eine zylindrische, spitz zulaufende Form und eine gelblich-braune Farbe.

Feuerstein

Natürlich kommen auch Feuersteine ohne Loch an der Ostsee vor. Es gibt sie in verschiedenen Formen und Größen. Feuersteine sind sehr spröde und können beim aufeinander schlagen splittern und scharfe Kanten bilden. Wenn man zwei Feuersteine aneinander klopft, entstehen Funken. Aus diesen Gründen nutzten schon die Steinzeitmenschen die Steine als Werkzeuge, Waffen und zum Feuer machen.

Viele hoffen, beim Steine sammeln einen der glitzernden Bernsteine zu finden. © Shutterstock, Milla77
Viele hoffen, beim Steine sammeln einen der glitzernden Bernsteine zu finden. © Shutterstock, Milla77

Kreidestein

Durch Verdichtung und Ablagerung entstand über Millionen Jahre hinweg die Kreide, wie wir sie heute an den Küsten sehen. Es gibt die Kreide aber nicht nur als Felsen, sondern auch als kleine Steine. Teilweise liegen die Kreidesteine offen am Strand. Kreidesteine haben die gleiche Eigenschaft, wie die Tafelkreide und können zum Malen und Schreiben verwendet werden.

Bernstein

Wenn man von Steinen an der Ostsee spricht, darf natürlich der Bernstein nicht fehlen, obwohl dieser eigentlich ja kein echter Stein ist. Das versteinerte Baumharz mit seiner gelb-goldenen Farbe wird auch als das “Gold der Ostsee” bezeichnet. Wie ihr den besonderen Bernstein finden könnt, erfahrt ihr hier.

Auch Quarze, Granite und Sandsteine lassen sich immer wieder an der Ostsee rund um Ahrenshoop finden. Wusstet ihr außerdem, dass das Steinsammeln auch eine meditative Wirkung hat? Das ruhige Suchen nach einem besonderen Fundstück kann euch beim Entspannen helfen. Zusätzlich lassen sich je nach Wind und Wetter auch neue Schätze an den Küsten der Ostsee entdecken. Es lohnt sich also, zu jeder Jahreszeit vorbeizuschauen!

Wer nicht nur Steine sammeln will, bekommt an der Ostsee auch weitere schöne Fundstücke und Treibgut zu Gesicht.

Steine sammeln bei eurem Urlaub in Ahrenshoop

Wer Lust auf ganz besondere Fundstücke hat, ist bei uns in Ahrenshoop genau richtig. Vom THE GRAND sind es nur wenige Meter bis zum Strand, wo ihr nach Herzenslust sammeln gehen könnt. Wenn ihr etwas weiter weg auf die Suche gehen wollt, könnt ihr euch ein paar Bambusfahrräder ausleihen und losfahren.

Auch wenn nicht gleich beim ersten Versuch ein seltenes Fundstück dabei ist, Steine sammeln bringt auf jeden Fall eine Menge Spaß! Nach einem langen Tag an der Ostsee könnt ihr euch dann in unserem Wellnessbereich entspannen und mit einem leckeren Abendessen den Tag ausklingen lassen. Vielleicht probiert ihr dann das besondere Schoko-Beef. Wir freuen uns auf euch!

Beitragsbild: © Shutterstock, AllaPolyakova

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