Umweltschutz macht erfinderisch Treibgut an der Ostsee

Treibgut wird an jeden Strand gespült. Was ihr dabei finden könnt, ist oftmals eine Faszination für sich – und aus Perspektive des Umweltschutzes in vielen Fällen auch bedenklich. Wir schauen uns an, was es damit auf sich hat.

Täglich landen tonnenweise Dinge im Meer, die kein Wasser sind. Mit der Zeit werden sie wieder an Land zurückgespült. Doch was tun damit? Vielleicht lässt sich etwas Neues daraus machen? In diesem Beitrag schauen wir uns an, was genau Treibgut ist, warum der Plastikmüll unsere schönen Strände verschmutzt und was ihr tun könnt, um euren ökologischen Fußabdruck ein klein wenig grüner zu gestalten.

Was ist eigentlich Treibgut?

Wenn ihr öfter am Strand unterwegs seid, habt ihr bestimmt schon verschiedenste Arten von Treibgut gesehen. Treibgut nennt man alles, was das Meer zurück an den Strand spült. Besonders Äste und Holzbretter oder glatt geschliffene Steine, aber auch Muscheln oder Bernstein zählen zum Treibgut.

Welche Muscheln könnt ihr am Ostseestrand finden?

Muscheln könnt ihr als Teil des Treibguts an nahezu allen Orten der Ostsee finden. Vor allem an langen Sandstränden werden viele Muscheln beziehungsweise Muschelschalen angespült. Bei uns an der Ostsee sind es besonders viele Herzmuscheln, Miesmuscheln und Sandklaffmuscheln. Diese gibt es in verschiedensten Arten und Größen. Wenn ihr genau hinschaut, findet ihr am Strand bestimmt einige hübsche Muscheln, aus denen ihr schöne Dekorationen basteln könnt.

Lust, in Ahrenshoop auf Stein- und Muschelsuche zu gehen? © Shutterstock, Greens and Blues
Am Ostseestrand kommen Muschel- und Steinesammler gleichermaßen auf ihre Kosten. © Shutterstock, Greens and Blues

Und welche besonderen Steine gibt es zu entdecken?

Viele Sammler freuen sich, wenn sie eine Herzmuschel finden aber auch besondere Steine sind bei vielen sehr beliebt. Damit ist natürlich kein einfacher Kieselstein gemeint, sondern Sandsteine, Bernsteine oder Quarze mit besonders schönen Formen und Farben. Das Meer hat diese Steine über die Jahre wunderbar glatt geschliffen, was ihnen ein besonderes Aussehen verleiht. Mit etwas Glück könnt ihr sogar versteinerte Seeigel, Korallen oder Schnecken in manchen Steinen entdecken. Einfach mal die Augen offen halten!

Leider ist beim Treibgut auch oft viel Abfall dabei. Vor allem Plastikreste unterschiedlichster Gegenstände werden öfter am Strand angespült, als ihr vielleicht ahnt. Dieser Plastikmüll im Meer ist ein langwieriges Problem. Gerade bei Wasserkraftwerken bleiben täglich mehrere Tonnen Treibgut, auch Geschwemmsel genannt, vor dem Filtersieb hängen und werden aussortiert. Das viele Geschwemmsel wird dann abtransportiert und kann verkauft werden.

Wofür ist Geschwemmsel gut?

Da das Treibgut oft Monate oder sogar Jahre im Meer getrieben und der Strömung ausgesetzt war, hat es ganz neue, interessante Formen angenommen. Äste sind nicht mehr rau und “hölzern” sondern ganz glatt und weich. Wie bei einem alten Haus lassen sich bei Treibholz die Spuren der Zeit finden, eingraviert durch die Strömung. Diese besondere Ästhetik, die die Lebensgeschichte des Holzes zeigt, ist der Grund für viele Menschen, leidenschaftlich auf Treibholzsuche zu gehen.

Doch das Treibgutsammeln beschränkt sich nicht nur auf das angeschwemmte Holz. Verschiedenste kuriose Dinge können bei der Treibholzsuche gefunden werden. Und ein besonderer Trend hat sich daraus entwickelt: das Upcycling.

Aus Angespültem mach Neues? Upcycling heißt das Zauberwort. © Shutterstock, Wahrheit
Kunst am Strand oder Deko für zu Hause: Aus Treibgut lässt sich so einiges zaubern. © Shutterstock, Wahrheit

Was ist Upcycling?

Upcycling ist eine Form von Recycling. Es unterscheidet sich jedoch in der Art und Weise, wie das Produkt zur Wiederverwendung aufbereitet wird. Beim herkömmlichen Recycling werden zum Beispiel Plastikflaschen in ihre Grundbausteine zerlegt. Beim Upcycling steht kein industrieller Prozess dahinter, die Gegenstände werden auf verschiedenste Arten wiederaufbereitet und man verleiht ihnen einen neuen Zweck.

Bei der Art und Weise des Upcyclings sind euch keine Grenzen gesetzt. Im besten Fall erreicht ihr am Ende sogar eine Aufwertung des Gegenstandes. Gerade aufgrund der Vielfalt des Treibguts praktizieren viele Sammler mit großer Begeisterung Upcycling. Einer der beliebtesten Gegenstände, den das Meer anspülen kann, ist und bleibt dabei wohl das von der Strömung geglättete Holz. Besonders gerne werden Dekorationen für das eigene Haus gebastelt. Aber auch in dem angeschwemmten “Abfall” finden sich oft einige besondere Schätze, deren Zukunft vielleicht nur ihr erkennen könnt.

In jedem Fall, egal ob Holz oder Plastik, ist Upcycling eine sinnvolle Methode, nachhaltiger zu leben – sofern ihr auch Verwendung für die gebastelten Gegenstände habt. Eventuell sind sie ein Andenken an euren wunderschönen Strandurlaub oder ein nettes, selbstgebasteltes Mitbringsel für eure Freunde und Familie. Die Möglichkeiten sind endlos, Grenzen setzt ihr euch bei diesem Hobby nur selber.

Wie lässt sich im Alltag Müll reduzieren?

Natürlich wollen wir alle gerne unseren ökologischen Fußabdruck reduzieren – doch die tatsächliche Umsetzung ist oft schwieriger als gedacht. Wo genau fängt man an und welche Methoden sind tatsächlich nachhaltiger? Wie ihr bei euch im Alltag ganz einfach weniger Müll verbrauchen könnt, dafür geben wir euch hier vier kleine Tipps:

  1. Nehmt eure eigene Tasche mit
    Kauft ihr beispielsweise im Supermarkt ein, bekommt ihr oft eine Plastik- oder Papiertasche dazu, um die Einkäufe zu transportieren. Verwendet ihr dafür eure eigenen Taschen, könnt ihr viel Abfall reduzieren. Benutzt etwa einfach Netztaschen aus Baumwolle. Die können nicht nur viel tragen, sondern sehen auch noch gut aus.
  2. Ein wiederverwendbarer Kaffeebecher
    In Kaffeeläden aller Art erhaltet ihr oft einen einfachen Einwegbecher. Nach der Nutzung landet der im Müll. Auf diese Weise werden in Deutschland fast 320.000 Einwegbecher pro Stunde verbraucht. Bei der Menge an Abfall müsst ihr einfach nicht mitmachen. Ein wiederverwendbarer Kaffeebecher lässt sich leicht transportieren und in vielen Cafés bekommt ihr sogar Rabatt. Auch bei Kaffeekapseln könnt ihr auf Umweltschutz setzen. Mehr dazu erfahrt ihr hier.
  3. Nutzt Bambus-Zahnbürsten
    Eine weitere unglaubliche hohe Zahl: Jährlich werden etwa 250 Millionen Tonnen Plastik produziert. Und der entstehende Plastikabfall landet am Ende zu großen Teilen in unserem Meer. Bambus bietet eine wunderbar nachhaltige Alternative. Bambuszahnbürsten sind biologisch abbaubar und funktionieren genauso wie die herkömmliche Plastikbürste. Probiert’s doch einfach mal aus!
  4. Obst und Gemüse – frisch und lokal
    In vielen Supermärkten sind unser Obst und Gemüse nicht nur plastikverpackt, sondern auch oft chemisch herangezogen worden. Auf Bauernmärkten oder einfach bei Landwirten in der Umgebung erhaltet ihr oft saisonales, unverpacktes Bio-Obst und Gemüse. Damit unterstützt ihr die Umwelt und den regionalen Handel. Und besser schmecken tut’s vielleicht ja auch.
Die Verschmutzung unserer Meere ist ein riesiges Problem. Besser: Müller vermeiden, recyclen oder Upcycling betreiben. © Shutterstock, russting
An den Stränden unserer Welt gibt es ein riesiges Müllproblem. © Shutterstock, russting

Müllsammeln für saubere Strände

Leider sind viele Strände stark vermüllt. Wenn ihr euch für nachhaltige Stände einsetzen wollt, sammelt doch gerne gefundenen Abfall am Strand ein und bringt ihn in die entsprechenden Mülleimer. Saubere Strände sind etwas, das wir nur alle gemeinsam schaffen können. Dazu gehört das nachhaltigere Leben sowie Achtung vor unserer Umwelt. Denn denkt dran: Wir haben nur die eine Erde. Geben wir lieber ein wenig auf sie Acht.

Wie funktioniert richtige Mülltrennung?

Auch für das Recycling von Verpackungen und Abfall sind Rohstoffe und Energie nötig. Deswegen gilt Abfallvermeidung immer an erster Stelle vor Recycling. Oft lassen sich gewisse Mengen an Müll aber nicht vermeiden. In dem Fall solltet ihr so viel Abfall wie möglich recyclen lassen. Wird richtig recycelt, können aus den Abfällen Rohstoffe gewonnen werden, die wieder zu neuen Produkten verarbeitet werden können. Doch wie wird eigentlich korrekt recycelt? Wir geben euch einige kurze Tipps an die Hand, damit ihr Bescheid wisst, welcher Müll wohin muss:

  • Die Wertstofftonne
    Für viele ist die Wertstofftonne noch die Gelbe Tonne oder der Gelbe Sack. Hiermit könnt ihr Verpackungsmüll entsorgen, aber keinen aus Glas oder Papier. Was aus Kunststoff, Aluminium, Weißblech oder Materialverbunden wie Getränkekartons besteht, immer rein damit!
  • Glastrennung
    Entsorgt ihr eure Gläser getrennt, können diese zu fast 100 % recycelt werden. Dafür müsst ihr aber entsprechend die Glasflaschen ordentlich nach Farben trennen. An bestimmten Glassammelstellen findet ihr Sammelbehälter für weißes, braunes und grünes Glas. Blaue und gelbe Gläser können dabei ebenfalls beim Grünglas entsorgt werden.
  • Altpapierentsorgung
    Die Herstellung von Papier aus Frischfaser ist mit einem hohen Holz- und Energieaufwand verbunden. In öffentlichen Papiercontainern habt ihr die Möglichkeit, euer Altpapier kostenfrei zu entsorgen. Daraus kann neues Papier hergestellt werden, und das zu deutlich geringeren Aufwandskosten.
  • die Biotonne
    Biologisch abbaubarer Abfall ist ein bedeutender Rohstoff für die Biogasgewinnung und zusätzlich ein wertvoller Kompostlieferant. Derzeit können fast 40 % des Inhalts der Restmülltonne eigentlich in die Biotonne und recycelt werden. Grundsätzlich könnt ihr Lebensmittelabfälle jeglicher Art sowie Grünabfälle in die Biotonne stecken und wiederverwerten lassen.

Was nicht hier aufgezählt ist, wandert meistens in den Restmüll. Doch Vorsicht: Einige Gegenstände dürfen aufgrund enthaltener Schadstoffe nicht in den üblichen Mülltonnen entsorgt werden, sondern müssen zu bestimmten Sammelstellen gebracht werden. Besonders Elektrogeräte und Batterien dürfen auf keinen Fall im Restmüll landen. Elektrogeräte und Batterien könnt ihr häufig in euren Super- oder Elektromärkten abgeben. Auch Medikamente dürfen nicht einfach im Waschbecken entsorgt werden. In vielen Apotheken könnt ihr überflüssige oder abgelaufene Medikamente abgeben.

Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind uns bei ahrenshoop.travel wichtig.
Ahrenshoop ist ein wunderschönes Fleckchen Erde. Dieses gilt es zu schützen.

Umweltschutz und Nachhaltigkeit bei ahrenshoop.travel

Uns ist es wichtig, in unseren Häusern auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu achten. Deshalb findet ihr auf den Zimmern mit Nespresso Kaffeemaschine nur nachhaltige Kaffeekapseln von Rezemo. Außerdem haben wir kleine Verpackungen durch große Shampoo- und Duschgel-Behältnisse sowie die Tagespost durch Tablets ersetzt. Bei den Reinigungsmitteln nutzen wir umweltfreundliche Varianten. Und wenn ihr eine Runde über unsere Halbinsel Fischland-Darß-Zingst drehen wollt? Dann nutzt doch die nachhaltig und fair hergestellten Bambus-Fahrräder von my Boo, die ihr bei uns leihen könnt. Noch mehr zum Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz bei ahrenshoop.travel erfahrt ihr hier.

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Beitragsbild: © Shutterstock, Thomas Bedford

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