Köstliche Weihnachtszeit Der Lebkuchen – ein Gebäck mit Tradition

Jeder kennt sie, jeder liebt sie – die feinen, würzigen Naschereien, meist auf Oblaten, mit Zuckerguss oder Schokoladenüberzug, die vor allem in der Weihnachtszeit kleine und große Naschkatzen erfreuen. Die Rede ist natürlich von Lebkuchen!

Schon seit vielen Jahrzehnten ist der Lebkuchen als Weihnachtsgebäck nicht mehr wegzudenken. Der würzige Geruch des Gebäcks reicht aus, schon werden Kindheitserinnerungen in uns wach und die Vorfreude geweckt. Typisch sind seine weiche, lockere Beschaffenheit sowie der Mix aus verschiedenen Gewürzen und Aromen. Doch wem haben wir diesen Genuss zu verdanken, welche verschiedenen Arten gibt es und woher kommt die Weihnachtstradition des Lebkuchenhauses eigentlich? Zeit, sich einmal genauer mit dem beliebten Weihnachtsgebäck zu beschäftigen.

Woher kommt der Lebkuchen und sein Name?

Die Geschichte vom Lebkuchen begann vor Tausenden von Jahren. Einen ersten schriftlichen Hinweis auf Lebkuchen findet man um 350 v. Chr.! Schon die Menschen in der Antike haben Kuchen mit Honig bestrichen und zusammen gebacken. Auch den alten Ägyptern schmeckte der kleine, gewürzte Honigkuchen bereits sehr gut: Er wurde tatsächlich als Grabbeigaben gefunden!

Der Begriff Lebkuchen stammt vermutlich vom lateinischen Wort „libum“ ab, das übersetzt so viel bedeutet wie „Fladen“ oder „Opferkuchen“. Andere Wissenschaftler glauben, dass der Name vom Laib („Brotlaib“) abgeleitet sein könnte.

So wie wir das Gebäck heute kennen, bildete es sich erst im 12. Jahrhundert in den Klöstern heraus. Erfunden wurde es in Dinant in Belgien und fand von dort schnell seinen Weg in fränkische Klöster und nach Aachen. Stück für Stück verbreitete sich der Lebkuchen im ganzen Land.

Wenn wir an die Weihnachtszeit denken, denken wir sofort an Lebkuchen, Plätzchen, Punsch und Glühwein. © Shutterstock, Bogdan Sonjachnyj
Wenn es draußen kalt und unbehaglich ist, schmeckt der süße Lebkuchen und heiße Glühwein besonders gut. © Shutterstock, Bogdan Sonjachnyj

Warum essen wir eigentlich Lebkuchen im Advent?

Bei Lebkuchen fallen sofort Stichworte wie Winter, Schnee, kalte Tage, heißer Tee, Glühwein und natürlich auch Weihnachtszeit ein. In anderen Ländern wird der Lebkuchen das ganze Jahr über gegessen, einzig in Deutschland ist er typisch für die Weihnachtszeit. Aber warum eigentlich?

Die ursprüngliche Herstellung der Lebkuchen geht auf die Fastenzeit zurück. Früher wurden die Wochen vor Weihnachten zur Besinnung und zur Buße genutzt. In den Klöstern aß man während der Fastenzeit zum starken Bier gerne gepfefferte Lebkuchen, die sogenannten „Pfefferkuchen“. „Pfeffer“ war im Mittelalter der Sammelbegriff für alle fremdländischen Gewürze. Das Gebäck galt als gesund, heilend, verdauungsfördernd und appetitanregend und durfte deshalb besonders in der Fastenzeit genossen werden. Daher stammt übrigens auch die Version mit der Oblate. Neben der Herstellung der Hostien hat man ganz praktisch einfach den klebrigen Lebkuchenteig auf den feinen Teigplättchen platziert und ausgebacken.

Außerdem gab es in der kalten Winterzeit früher weniger zu essen. Früchte wurden im Sommer geerntet und konnten nur schwierig bis zum Winter gelagert werden. Lösungen mussten also her, wie das Essen haltbar gemacht werden konnte. Lebkuchen eigneten sich dafür wegen der hohen Energiedichte und der langen Haltbarkeit sehr gut. Im Winter und in schlechten Zeiten verteilten die Klöster die Lebkuchen außerdem an hungernde und arme Mitmenschen. Erst später wurde er in Klöstern als Nachtisch gebacken.

Was gibt es für unterschiedliche Lebkuchensorten?

Nachdem der heutige Lebkuchen in den Klöstern entstand, entwickelte sich die Herstellung im 16. Jahrhundert zu einem Gewerbe entlang der Handelsrouten. Da der Lebkuchen viele verschiedene, auch seltene Gewürze erfordert, wurde dieser zunächst vor allem in größeren Handelsstädten gebacken. So entwickelten sich von Nürnberg über Augsburg bis nach Köln verschiedene Sorten und Rezepturen je nach Region. Grundsätzlich unterscheidet man zwei verschiedene Arten von Lebkuchen: Braune Lebkuchen und Oblaten-Lebkuchen.

Braune Lebkuchen entstehen aus Knetteigen mit hohem Mehlanteil. Sie sind pur oder mit weiteren Zutaten wie Früchten oder Nüssen erhältlich. In frischem Zustand sind braune Lebkuchen hart. Sie werden erst nach einiger Zeit weich, aromatisch und saftig. Daher lagern viele Lebkuchenhersteller diese, bevor sie verkauft werden.

Oblaten-Lebkuchen werden hingegen aus einer weichen, mehlarmen oder sogar mehlfreien Masse hergestellt. Ihr Teig umfasst oft zerkleinerte Mandeln, Hasel- oder Walnüsse, Ölsamen, Marzipanrohmasse oder andere Rohmassen. Die Masse ist der Makronenmasse ähnlich und wird auf die Oblaten gespritzt.

Der Lebkuchen unterscheidet sich von anderen Keksen durch eine Vielzahl an Gewürzen. © Shutterstock, Elena Cavallin
Seinen charakteristischen Geschmack bekommt der Lebkuchen aus einer Vielzahl an schmackhaften Gewürzen. © Shutterstock, Elena Cavallin

Wie werden Lebkuchen hergestellt und was sind die Grundzutaten?

Ob in Herzform, als verzierter Stern oder knuspriges Häuschen: Lebkuchen werden heute in den unterschiedlichsten Varianten angeboten. Das Gebäck unterscheidet sich aufgrund seiner Grundzutaten von anderen Kekssorten und wird traditionell mit Honig gesüßt. Je nach Sorte werden für die Herstellung kaum bis gar kein Fett, Milch und Wasser verwendet. Dadurch entsteht eine trockene, zuckerreiche Konsistenz, die den Lebkuchen so lange haltbar macht. Charakteristische Gewürze sind:

  1. Zimt
  2. Anis
  3. Kardamom
  4. Ingwer
  5. Muskat
  6. Piment
  7. Nelken

Elisenlebkuchen – Die Kaiserin unter den Lebkuchen

Zu den bekanntesten Lebkuchen gehören sicherlich die aus Nürnberg. Eine ganz besondere Spezialität unter den Nürnberger Lebkuchen ist der Elisen Lebkuchen, denn seine hochwertige Zusammensetzung ist genauestens vorgeschrieben. Er darf maximal 10% Mehl enthalten und muss mindestens zu 25% aus Nüssen bestehen. Dies dürfen jedoch keine beliebigen Nüsse sein, es müssen Mandeln, Haselnüsse oder Walnüsse sein! Der Elisen Lebkuchen ist somit eine besonders edle Spezialität!

Lebkuchen selber backen – ein einfaches Rezept

Wer nun auf den Geschmack gekommen ist und Lebkuchen selber machen möchte, dem empfehlen wir folgendes Rezept ohne Mehl. Es ergibt ca. 30 Stück Oblatenlebkuchen.

Es gibt sehr einfache Lebkuchenrezepte, die jeder zu Hause hinbekommt. © Shutterstock, TinasDreamworld
Lebkuchen selber zu backen ist gar nicht so schwer, wie man vielleicht denken mag! © Shutterstock, TinasDreamworld

Zutaten:

  1. 5 Eier
  2. 450 g Zucker
  3. 200 g Marzipan – Rohmasse
  4. 1 Beutel Lebkuchengewürz
  5. 1 Zitrone, unbehandelt
  6. 100 g Zitronat
  7. 100 g Orangeat
  8. 200 g Haselnüsse, gemahlen
  9. 100 g Mandeln, gehackt
  10. 200 g Mandeln, gemahlen
  11. n. B. Oblaten (70 mm Durchmesser)
  12. n. B. nach Belieben Kuvertüre oder Zuckerguss

Zubereitung

Ofen auf 160 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Eier, Zucker und Marzipan mit der Küchenmaschine zu einer sämigen Masse schlagen. Zitronenschale abreiben, Saft auspressen und mit der Zucker-Ei-Marzipan-Mischung verrühren. Dann nach und nach alle anderen Zutaten (bis auf Oblaten und Kuvertüre) untermischen.

Oblaten mit einem Messer spalten und mit der rauen Seite nach oben auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Wichtig ist ausreichender Abstand, es sollten etwa 9 Oblaten pro Blech sein. Mit zwei Esslöffeln auf jede der Oblaten ein Teighäufchen geben. Für etwa 20 Minuten backen und auskühlen lassen. Zum Schluss die Lebkuchen beliebig mit Kuvertüre oder Zuckerguss glasieren und trocknen lassen. Schon ist die duftende Leckerei fertig!

Lebkuchenhäusschen bauen – Woher kommt die Tradition zu Weihnachten?

Lebkuchen sind auch beliebte Weihnachtsgebäcke, um daraus Figuren, Objekte und Formen zu gestalten. Neben Lebkuchenmännchen ist vor allem das Lebkuchenhaus weit verbreitet. In vielen Familien mit Kindern gehört es zur Tradition, ein solches Lebkuchenhäusschen im Advent selber zu basteln und nach Weihnachten zu verspeisen. Doch woher kommt dieser Brauch eigentlich?

Tatsächlich entwickelte er sich aus dem Märchen „Hänsel und Gretel“. Jedes Kind kennt den daraus stammenden Spruch: „Knusper, knusper, Knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen?“ Eben dieses Lebkuchenhäusschen der bösen Hexe soll nachgebaut werden. Kein Wunder, dass daraus ein fester Brauch wurde und eng mit der Weihnachtszeit verbunden wird. Schließlich schmeckt ein Lebkuchenhaus nicht nur sehr lecker und bereitet schon bei der Herstellung viel Freude, sondern sieht auch noch toll aus und stellt wunderbare weihnachtliche Dekoration dar! Apropos Dekoration: In diesem Beitrag haben wir den Adventskranz und seine Tradition mal näher unter die Lupe genommen.

Jedes Jahr in der Weihnachtszeit freuen sich viele Familien darauf, selbst ein Lebkuchenhaus zu basteln.
Es ist in der Adventszeit Tradition im THE GRAND Ahrenshoop, dass Kinder einer Kita der Region ein riesiges Knusperhaus im Foyer bemalen und dekorieren.

Das Lebkuchenhaus im THE GRAND bringt Kinder zum Strahlen

Auch im THE GRAND Ahrenshoop darf diese Tradition nicht fehlen. Wenn der Duft von frischgebackenen Naschereien, würzigem Punsch und grünen Tannennadeln in der Luft liegt, ist Vorweihnachtszeit im THE GRAND Ahrenshoop. Dann wird ein riesiges Lebkuchenhaus im Foyer des Hotels aufgestellt und von Kindern einer Kita aus der Region weihnachtlich dekoriert. Fröhliches Lachen ist zu hören, wenn die Kleinen mit buntem Zuckerguss umher sausen und die Wände und Ziegel des Lebkuchenhäuschen verzieren. An den Zweigen der raumhohen Tanne werden daneben hunderte handgeschriebene und handbemalte Weihnachtswünsche aufgehängt.

Wegen der aktuellen Corona-Lage muss diese Tradition leider in diesem Jahr ausfallen. Wir sind aber zuversichtlich und hoffen, dass wir nächstes Jahr unsere Tradition fortführen können und euch wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern können. Die bereits gekauften Dekoartikel für das Knusperhaus in diesem Jahr werden an ein soziales Projekt gespendet. Zur Adventszeit genießt ihr im THE GRAND Ahrenshoop eine einzigartige und besonders besinnliche Zeit. Der umwerfende Blick auf die Weite der Ostsee, den winterlichen Strand und die romantischen Tannenwäldchen sorgt für eine besonders stimmungsvolle Atmosphäre. In diesem Sinne freuen wir uns darauf, euch demnächst wieder als unsere Gäste im Ostseebad Ahrenshoop begrüßen zu dürfen und wünschen euch eine besinnliche Weihnachtszeit! Frohe Weihnachten!

Beitragsbild: © Shutterstock, Viktory Panchenko

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