Darßer Weststrand Entdeckt mit uns Windflüchter am Darß

Schon mal was von Windflüchtern gehört? Dabei handelt es sich um äußerst windbeständige Bäume, die buchstäblich vor dem Wind fliehen. Neben der außergewöhnlichen Wuchsform gibt es noch einiges mehr über die Bäume und Sträucher zu erzählen. Hier erfahrt ihr mehr.

Die Windflüchter sind auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst sehr bekannt. Kein Wunder, denn hier herrscht ein wunderbar erfrischender Wind. Den braucht es unbedingt, um einen Windflüchter zu entdecken. Wir verraten euch, was es Interessantes zu den Windflüchtern zu erfahren gibt, wo ihr sie entdecken könnt und was es mit der sogenannten Wettertanne auf sich hat.

Was sind Windflüchter?

Die Namensgebung der Windflüchter beschreibt auch bestens ihr Aussehen. Windflüchter sind Sträucher oder Bäume, die in Windrichtung wachsen, sie “flüchten” also vor dem Wind. Dabei wird die Wuchsform dahingehend bestimmt, in welche Richtung der Wind weht. Die Bäume biegen sich so sehr, dass sie bei starkem Wind mit der Baumkrone sogar den Boden erreichen. Sobald der Wind abklingt, stehen die Bäume da, als wäre nichts passiert. Das Einzige, was sich ändert, ist die Wuchsrichtung. Dadurch entstehen atemberaubende Baumformen. Neben der Schiefstellung des Stammes hat der Baum eine exzentrische Jahresringausprägung und eine fahnenförmige Kronenbildung. Die Forstwirtschaft und Forstbotanik bezeichnet diese Merkmale als Wuchsanomalien.

Bei den Windflüchtern ist es egal, ob es sich um Bäume oder Sträucher handelt oder ob sie groß oder klein sind. Allesamt sind sie Lebenskünstler, die der Belastung durch Wind, extremer Hitze und Trockenheit sowie Orkanen gegenüber gewappnet sind.

Windflüchter wachsen in sehr windigen Regionen. © Shutterstock, bluecrayola
Die Windflüchter zeichnen sich durch ihre außergewöhnliche Wuchsrichtung aus. © Shutterstock, bluecrayola

Wie werden Windflüchter noch genannt?

Die Windflüchter haben nicht nur einen Namen. In Ostfriesland werden sie als Windlooper bezeichnet, was Windläufer auf Plattdeutsch bedeutet. Aufgrund der zerzausten Äste, dem schiefen Stamm und dem ausgeprägten Fahnenwuchs werden die Bäume mancherorts auch Windharfen genannt. Bei ganzen Baumreihen, Alleen oder größeren Baumgruppen wird der Begriff Windschnur genutzt. Durch die Abschrägung wirken die Bäume so, als würden sie ineinander wachsen und in einer zusammenhängenden Schnur befestigt sein.

Wo gibt es die Windflüchter zu sehen?

Windflüchter findet ihr an Orten, an denen konstante Windverhältnisse herrschen. Diese sollten jedoch nicht sturmartig sein, sodass die Wuchsrichtung nicht verändert wird. Das kann in kleinräumigen Verhältnissen oder auch auf großen Flächen der Fall sein. Die Windflüchter gibt es demnach in vielen Teilen der Welt, unter anderem sind sie auch in Japan und China sehr beliebt.

Ihr müsst jedoch nicht weit fahren, um die außergewöhnlichen Bäume und Sträucher zu entdecken. In Deutschland kommen sie vor allem in den Küstenregionen der Nord- und Ostsee sowie auf höheren, weitgehend baumfreien Bergkuppen der Mittelgebirge oder der Alpen vor. Der bekannteste Ort und für uns auch der schönste, an dem ihr die Windflüchter sehen könnt, ist die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst.

Der beliebteste Windflüchter befindet sich in der Nähe des Leuchtturms am Darßer Ort. Ihr seht ihn, sobald ihr am Strandaufgang zum Leuchtturm steht, auf der rechten Seite. Natürlich ist das noch nicht alles. Nahezu alle Bäume und Sträucher des Weststrandes zwischen Düne und Wald sind Windflüchter. Durch den beständigen Westwind bekommen die Bäume diese außergewöhnliche Form, die zum Bestaunen einlädt.

Windflüchter können Sträucher oder Bäume sein. © Shutterstock, dugdax
Auch Sträucher zählen zu den Windflüchtern, da sie in Windrichtung wachsen. © Shutterstock, dugdax

Windflüchter im Darßwald

Der Darßwald grenzt direkt an Ahrenshoop und ist Teil des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft. Auf 5800 Hektar kann und soll hier eine natürliche Entwicklung der Flächen erfolgen. Der Darßwald ist sehr belebt und bestückt mit reichlich Pflanzen, Pilzen, Mooren sowie vielen Tieren. Dazu zählen auch die vom Küstenwind geformten Windflüchter am Weststrand. Der Darßwald reicht dort fast bis ans Meer. Außerdem zählt der Weststrand zu einem der schönsten Strände der Welt. Auf rund 14 Kilometern erstreckt sich der Strand an der Westküste der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Auf der einen Seite könnt ihr das Wellenspiel der Abtragungsküste beobachten und auf der anderen die Kronen der Windflüchter im Wind wehen sehen. Dabei spürt man nichts als Freiheit und Erholung.

Neben den Windflüchtern findet ihr am Darßwald und vor allem am Darßer Weststrand abstrakte Holzskulpturen, weißen Sand und einfach unberührte Natur, die eine wilde Romantik ausstrahlt. Wenn ihr mehr über den Weststrand erfahren wollt, empfehlen wir euch diesen Beitrag.

Die Windflüchter kann man in vielen Teilen der Welt finden. © Shutterstock, shell300
Die Sabina befindet sich auf der kanarischen Insel El Hierro. © Shutterstock, shell300

Welche kulturelle Bedeutung steht hinter den Windflüchtern?

Einen besonderen Windflüchter haben wir euch bereits vorgestellt. Dieser ziert viele Bücher, Kalender, Logos, Flyer oder Gemälde auf der Insel und kann durchaus als ein Wahrzeichen betrachtet werden. Doch es gibt noch weitere markante Windflüchter, die als Wahrzeichen gelten. Dazu zählt auch die Sabina, also der Phönizische Wacholder, auf der kanarischen Insel El Hierro. Windflüchter der Küsten Chinas und Japans sind vielfach in der Landschaftsmalerei dieser Kulturen vertreten und üben eine besondere Faszination aus. Im Bonsai, einer japanische Variante einer alten fernöstlichen Art der Gartenkunst, werden die Bäume auf ästhetische Weise in die Form von Windflüchtern gebracht.

Was sind Wettertannen?

Auch die Wettertanne gehört zu den Windflüchtern und ist ein echter Überlebenskünstler. Sie gehört zu den mächtigsten lebenden Tannen der Welt. Bei den Wettertannen handelt es sich oft um Fichten oder Weißtannen. Der Nadelbaum dient dem Schutz von Mensch und Tieren vor dem Wetter und steht meistens allein. So wie typische Windflüchter sind sie von Wind und Wetter zerzaust aber stehen aufgrund ihrer langen Wurzeln fest im Boden.

Durch ihre Eigenschaft als Tiefwurzler verkraften sie starke Stürme und Gewitter und haben meist außergewöhnliche Wuchsrichtungen. Die Wettertanne steckt dabei sogar Blitzeinschläge weg und wächst einfach an anderen Stellen weiter. Da die tiefen Wurzeln meist bis zum Grundwasser reichen, ist die Wahrscheinlichkeit, einen Blitzschlag zu erleiden, ziemlich groß. Dennoch leben die Tannen wie durch ein Wunder weiter. Das liegt auch an den sogenannte Kandelaberästen. Diese Seitentriebe wachsen wie ein normaler Baum weiter und erreichen oft auch die Größe einer Tanne. Dadurch erreichen die Wettertannen ein unglaubliches Alter von mehreren hundert Jahren.

Zu sehen sind die Wettertannen meist in einer Höhenlage zwischen 1000 und 1200 Meter. Beispielsweise finden sie sich in der Schweiz in unberührter, verlassener Natur.

Kommt nach Ahrenshoop und entdeckt die schönen Windflüchter. © Shutterstock, ricok
Auf Fischland-Darß-Zingst könnt ihr euch selbst ein Bild von den atemberaubenden Windflüchtern machen. © Shutterstock, ricok

Windflüchter in Ahrenshoop entdecken

Wie bereits erwähnt, könnt ihr die Windflüchter während eures Urlaubs in Ahrenshoop bewundern. Von einem unserer Hotels aus könnt ihr euch auf den Weg zu einem tollen Ausflug machen, egal ob zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Entdeckt die wunderschönen Strände, den Darßer Ort oder geht auf eine Schatzsuche. Langweilig wird’s hier nie.

Wieder im Hotel angekommen, könnt ihr ein leckeres Essen genießen und euch im Wellnessbereich zum Beispiel im THE GRAND Ahrenshoop entspannen.

Wir freuen uns auf euren Besuch!

Beitragsbild: © Shutterstock, UbjsP

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